Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Den Wahrzeichen Wilhelmshavens auf der Spur

Autor: Laura

Das Colosseum in Rom, der Buckingham Palace in London oder der Eifelturm in Paris – Sehenswürdigkeiten, die jeder kennt! Fast jede Stadt hat Wahrzeichen, etwas das man sich unbedingt ansehen sollte. Und was die Stadt Wilhelmshaven so zu bieten hat, das will ich euch zeigen. Bei dem schönen Wetter schwing ich mich auf’s Rad und mache mich auf den Weg zu meiner persönlichen Sightseeing-Tour 😊

Das Beste kommt immer zum Schluss? Bei mir nicht, denn ich starte meine Tour am Südstrand, dort wo ich direkt zu Beginn die perfekte Sicht auf mein persönliches Highlight habe – 159m lang, 8m breit, 9m hoch und 440 Tonnen schwer. Ein Stahlkoloss in Perfektion: Die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Für mich das Wahrzeichen der Stadt. Sie verbindet die Südstadt mit dem Südstrand und überspannt somit den Großen Hafen.

Blick vom Großen Hafen auf die Kaiser-Wilhelm-Brücke © Barbara

Und wenn Schiffe in den Hafen einfahren wollen? Was passiert dann mit der Brücke? Genau, sie dreht sich. Wenn sich die einst größte Drehbrücke Europas aufspannt, dann weiß ich nicht, was ich zuerst bestaunen soll. Das große Schiff, welches auf seine Weiterfahrt wartet oder die Drehmechanik, die auf einen Schlag 440 Tonnen Stahl in Bewegung setzt.

Besonders im Dunklen präsentiert sich die Brücke von ihrer besten Seite, wenn sie mit Hilfe von Beleuchtung perfekt in Szene gesetzt wird.

„Weiter geht’s“ denke ich mir, doch bereits als ich mich umdrehe, kann ich in weiter Ferne erneut ein Highlight entdecken. Eine rot-weiße Farbmischung auf einem runden, 36m hohen Turm. Was kann das nur sein? Die Antwort fällt nicht schwer, ein Leuchtturm natürlich. Und welcher? Nun gut, das ist für „Leuchtturm-Laien“ schon etwas schwieriger… der Leuchtturm Arngast! In der Ferne gibt er ein tolles Bild ab und weckt in mir das Gefühl von Urlaub, Schiffen und Unabhängigkeit. Wem der Blick aus der Ferne nicht reicht, der kann während einer Ausflugsfahrt die Silhouette des Turms aus nächster Nähe betrachten. Lasst euch den Anblick nicht entgehen!

Entlang der Südstrandpromenade spaziere ich weiter in Richtung Nassauhafen, denn auf diesem Stück ist Fahrrad fahren nicht erlaubt. Am Aquarium vorbei streife ich den Helgolandkai, von wo aus die MS Harle Kurier ihre Hafenrundfahrten startet. Letztlich erreiche ich mein Ziel – den Nassauhafen, welcher den Heimathafen des Wilhelmshavener Segelclubs darstellt.

Der Nassauhafen – die Heimat des Wilhelmshavener Segelclubs © Barbara

Und was entdecke ich noch? Das Seglerheim am Nassauhafen. Der perfekte Ort um an einem schönen Tag auf der Sommerterrasse das Wetter und den Ausblick zu genießen und nebenbei ein leckeres Fischgericht zu Schlemmen. Von hier aus hat man den perfekten Blick auf die über 90 Jahre alte Nassaubrücke, die eine ganz besondere Eigenschaft aufweist: Sie passt ihre Höhe dem jeweiligen Wasserpegel an! Schon alleine wegen des tollen Ausblicks auf die vielen Segelschiffe gehört der Nassauhafen zu meinen Lieblingsorten in Wilhelmshaven.

Vom Ufer des Nassauhafens bietet sich überdies der perfekte Blickwinkel auf die Flutmole. „Flutmole? Was ist das?“ werden sich bestimmt einige von euch denken. Eine Mole ist eine Art Hafenmauer, die als Wellenbrecher dient und Häfen wie auch Kanaleinfahrten schützt. Die Flutmole am Nassauhafen schützt somit den Hafen und die darin liegenden Boote vor dem vom Jadebusen ausgehenden Wellengang.

Eine lange Flutmole schützt den Nassauhafen vor dem Wellengang des Jadebusens © Barbara

Am Ende einer solchen Hafenmauer liegen zumeist sogenannte Molenfeuer zur Kennzeichnung der Einfahrt in einen Hafen. Seit 2006 befindet sich auf dem Kopf der Nordmole in der ehemaligen dritten Einfahrt ein solches Molenfeuer. Es gibt sowohl bei Ebbe als auch bei Flut ein tolles Fotomotiv ab und erweist sich als beliebter Zielpunkt bei Deichspaziergängen 😊

So, den gleichen Weg geht’s nun wieder zurück, dieses Mal unterhalb der Südstrandpromenade am Marinemuseum und dem Fliegerdeich vorbei. Dort stehen die drei „Windwächter“, eine Skulpturengruppe aus Stahl, designt vom Künstler Klaus Evenburg. Sie standen Anfang des Monats im Fokus des diesjährigen „Wochenendes an der Jade“, welches unter dem Motto „WindStadt Wilhelmshaven“ stand. Zudem bildeten sie das Motiv des Jade-Pins und symbolisieren die Nähe der Küstenmenschen zu den Naturgewalten  Wind und Meer – passend zu Wilhelmshaven.

Zwischen Südstrand und Großem Hafen streife ich auch den Banter See. Vom Radweg aus erkenne ich bereits von Weitem einen kleinen, schön bepflanzten Hügel, auf dem sich die Reste einer Mauer abzeichnen. Bei diesem Hügel handelt es sich um die Banter Ruine. Die rekonstruierten Bruchstücke der alten Banter Kirche sollen an die bei der Eisflut 1511 verloren gegangenen Dörfer erinnern!

Die Banter Ruine © Barbara

Am Pumpwerk entlang steuere ich geradewegs auf die Deichbrücke zu. Die Brücke selbst wurde 1908 errichtet und ist somit bereits über 100 Jahre alt! Sie stellt den Verbindungspunkt zwischen dem Großen Hafen und dem Ems-Jade-Kanal dar.

Und so radel ich weiter über den Valoisplatz an der NordseePassage entlang bis hin zum Friedrich-Wilhelm-Platz und dem gleichnamigen Park, auf dem sich ein ganz besonderes Denkmal befindet: Das Ehrenmal unseres Stadtgründers Kaiser Wilhelm I. Besonders im Hinblick auf das 150-jährige Stadtjubiläum rückt der Kaiser immer weiter in den Mittelpunkt, denn 2019 ist es soweit 😊

Inmitten der blühenden Natur befinden sich aber auch noch weitere Denkmäler. Zum einen findet sich der Gedenkstein „Frieden Freiheit Wiedervereinigung“ im Park, zum anderen erinnert die Skulptur „Ein Werftarbeiter“ an die vielen Arbeiter in der ehemaligen Kaiserlichen Werft.

Ihr habt Lust, noch mehr über die Vergangenheit der Stadt zu erfahren? Dann kann ich euch einen echt coolen Tipp geben! Etwa 2 km vom Friedrich-Wilhelm-Platz entfernt befindet sich das Bunker-Museum Wilhelmshaven. Kleinbunker, Splitterschutzstände, Brandwachen… es wird ein einzigartiger, unverfälschter Einblick in die Zeiten des 2. Weltkrieges geboten – überzeugt euch selbst!

Und das war sie schon: meine kleine Sightseeing-Tour durch Wilhelmshaven. Wer die Tour an meinem eigentlichen Ende, dem Friedrich-Wilhelm-Platz, beginnen möchte, für den ist die etwa 50m entfernte Tideuhr praktisch. An dieser könnt ihr nämlich ablesen, ob euch Ebbe oder Flut gerade am Südstrand erwartet.

Wilhelmshaven hat zwar nicht die ganz großen, dafür aber besonderen Sehenswürdigkeiten und viele kleine Hingucker zu bieten. Zwar sind die Kaiser-Wilhelm-Brücke und der Leuchtturm Arngast von überregionaler Bekanntheit, der Nassauhafen und die Deichbrücke hingegen werden in Reiseführern nicht unbedingt als „must-sees“ aufgelistet. Viel mehr sind es die kleinen Besonderheiten, die für mich den Reiz der Stadt ausmachen.

Macht euch doch auch mal auf eine kleine Tour durch Wilhelmshaven und findet heraus, was die Jade

stadt gerade für euch zu etwas Besonderem macht. Vielleicht ist es der Kontrast zwischen dem urbanen Leben und dem direkten Zugang zum Meer oder aber die Verbindung zwischen Meer und Marine?

 

Genießt eure Zeit hier, diese Stadt hat viel zu bieten! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.