Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Eisige Zeiten in Hildesheim – Schlittschuhvergnügen im Zentrum

Autor: Maike

„Herzlich Willkommen zur Eiszeit“, begrüßt mich Nina beim Betreten des großen, weißen Pagodenzeltes. Sie ist an dem eisigen Wintermorgen die zuständige Person dafür, dass der Ablauf auf der rund 750 Quadratmeter großen Eisfläche in Hildesheim reibungslos funktioniert.

Bei ihr erhalte ich mein 90 Minuten-Eislaufvergnügen-Ticket und die passenden, windschnittigen Schlittschuhe. Von Größe 27 bis 47 reicht die Auswahl der blauen Kunststoffschuhe, mit denen ich kurze Zeit später die spiegelglatte Eisfläche betrete. Mit den Armen umherkreisend und mit dem Körper in alle Richtungen wippend ziehe ich meine ersten Züge auf dem Eis. Aber Schlittschuhlaufen ist wie Fahrradfahren – man verlernt es nicht. Nach kurzer Eingewöhnung werde ich auf den beiden Kufen sicherer und drehe meine Runden auf dem rund 60.000 Liter gefrorenen Wasser. Die Eisbahn besteht aus einem Außen- und Innenring. Im Innenring geht es etwas gemächlicher zu, denn durch die Banden ist man hier etwas abgeschirmter und kann sich mit der Eisfläche vertraut machen. Im Außenring bildet sich meistens eine Fahrtrichtung, in die die Eisläufer Runde für Runde laufen.

Nach rund 30 Minuten mein erstes Resümee:

  • Fortbewegung auf dem Eis wird sicherer.
  • 1. Sturz – aber wieder aufgestanden.
  • Pirouette hat beim zweiten Versuch geklappt.

Nach rund 60 Minuten mein zweites Resümee:

  • Meine Hände sind eingefroren.
  • Heißer Kakao von Nina war genau das Richtige.

Nach rund 90 Minuten mein drittes Resümee:

  • Sprung hat nicht geklappt, bei Landung hingefallen.
  • Zeit ist abgelaufen.

Nach eineinhalb Stunden verlasse ich die Eisfläche und tausche die Schlittschuhe wieder gegen meine vertrauten Straßenschuhe ein. Ein Glas Glühwein habe ich mir nun wirklich verdient und so suche ich mir einen Platz im Zelt mit guter Sicht auf die Eisfläche – zum Beobachten natürlich.

Eislaufen ist Typsache

Vormittags wagen sich viele Schüler im Rahmen von Klassenausflügen auf das Eis. Nachmittags kommen die Freizeit- bzw. Hobbyeisläufer hinzu. Interessant finde ich, dass ich beim Beobachten der Eisprinzessinnen und Eisprinzen immer wieder dieselben Typen von Eisläufern identifizieren kann:

Die Individualisten fahren stets alleine, da sie ihr Können für sich austesten. Ihr Tempo ist je nach Sicherheit und Laune langsam bis schnell. Die Homies hingegen drehen stets zusammen ihre Runden – teilweise auch händehaltend. Sie quatschen, lachen und fahren im gemäßigten Tempo. Komplett anders verhalten sich die zu Coolen für die Welt. Denn Eislaufen interessiert sie nur sekundär. Sie fühlen sich vielmehr am Rande der Eisfläche bzw. an der Bande lehnend wohl. Wie immer gibt es natürlich auch die Eisrowdys, die sich unkontrolliert aber nichtsdestotrotz im schnelleren Tempo über die Eisfläche bewegen. Sie brauchen durchschnittlich 30 Sekunden, bis sie durch einen Sturz gestoppt werden und anschließend neues Tempo aufnehmen.

Rund um die Eiszeit in Hildesheim

Umgeben von hohen Tannen bildet der Wintermarkt den Eingangsbereich der Eiszeit. In kleinen Holzhütten werden nachmittags und abends süße und herzhafte Speisen angeboten. Beim Durchqueren des Marktes bemerke ich die Holzspäne auf dem Boden – ein Gefühl wie beim Wandern durch den Wald.

Direkt an die Eisfläche und am Wintermarkt grenzt die rustikale Almhütte mit „Sonnenterrasse“. Ich darf einen Blick hinein werfen: an den hölzernen Wänden befinden sich ausgestopfte Tiere und Tierfelle. Als Sitzmöbel dienen rustikale Holzbänke mit kuscheligen Schaffellen. Für den Fall, dass die Hütte nicht schon reserviert ist, können sich Besucher abends auch in der Almhütte bei leckeren Getränken aufwärmen.

Neben dem Eislaufvergnügen wird die Eisfläche abends auch fürs Eisstockschießen genutzt. Gruppen können einen Teil der Eisfläche anmieten, um sich beim Eisstockschießen zu messen.

Mords Gaudi auf dem Eis, Hüttenzauber in der Almhütte und auf dem Wintermarkt

Ich habe mir fest vorgenommen, bis zum Abbau der Eisfläche wiederzukommen. Anlässe mit verlängerten Öffnungszeiten und ermäßigten Eintrittspreisen gibt’s genug: zum Beispiel am Valentinstag (14. Februar) für alle Romantiker, die schon immer mal zu Kuschelrockmusik Eislaufen wollten oder mit Kostüm zu Fasching am Rosenmontag.

Die Veranstaltungen der Eiszeit finden je nach Thema mal auf der Eisfläche, in der Almhütte, auf dem Wintermarkt oder kombiniert statt. Falls ich es zu keiner Veranstaltung schaffen sollte, dann aber wenigstens zur Happy Hour mit Heißgetränken, jeden Samstag zwischen 19 und 20 Uhr!

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2 Kommentare

  1. Welche Kirche ist das im Hintergrund? Ich war schon oft in Hildesheim. Diese Kirche ist mir nie aufgefallen.

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