Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

aus zwei mach eins – die Schweden haben´s gerichtet

Autor: Angelika

 

Eigentlich wollte ich euch von den Vorbereitungen zum großen Stadtjubiläum am 02. September berichten.

Aber weil diesem Anlass ein Kuriosum vorausgeht, werde ich ein kleines bisschen historisch ausholen – nur ein kleines bisschen – versprochen.

Eine Mauer in der Fußgängerzone

Heute nicht mehr vorstellbar, aber Verden bestand bis 1667 aus zwei Städten. Beide Städte mit eigenen Rechten und Privilegien und jede mit einer eigenen Stadtmauer. Die Stadtmauer verlief mitten durch die heutige Fußgängerzone und das Stadttor stand da, wo wir heute ganz entspannt flanieren. Vor 350 Jahren undenkbar, denn das Stadttor war gut bewacht, wurde bei Einbruch der Dunkelheit verschlossen und  musste passiert werden, wenn man von einer Stadt in die andere wollte.

Eine Fotomontage inklusive Torwachen macht´s möglich, um  sich vorzustellen, wie es vor 350 Jahren ausgesehen haben könnte.

Aus dem Archiv

Die Originalurkunde  ist nach heutigen Maßstäben  ein schlankes vertragliches Dokument, liegt gut verwahrt im Verdener Stadtarchiv und wird selbstverständlich nur mit Handschuhen angefasst. Während des Stadtjubiläums verlässt dieses besondere Papier seinen angestammten Archivplatz und wird im Rathaus ausgestellt.

Die Besiegelung der Städtevereingiung.

Die Originalurkunde – der „Combinationsrezess“ – wird nur mit Handschuhen angefasst.  © Angelika Revermann

Wer hat´s erfunden? Nicht IKEA. Ein kleines Detail der Urkunde sei noch erwähnt, denn nicht erst seit IKEA gehören die Farben gelb und blau selbstverständlich zu Schweden. Die Schnüre mit denen die Urkunde  zusammengehalten und gesiegelt wurde, ist selbstverständlich auch schon vor 350 Jahren in den schwedischen Nationalfarben.

Auch schon vor 350 Jahren waren blau und gelb die schwedischen Nationalfarben. © Angelika Revermann

Mauerstreit

Bei „Liebesleid und Mauerstreit“  waren die zwei Städte schon einmal historischer  Hintergrund für eine herzzerreißende Liebesgeschichte. Die Verdener Domfestspiele haben es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, ein historisches Ereignis oder eine Besonderheit zum Anlass zu nehmen,  um großes Open-Air-Theater vor der Kulisse des Doms auf die Bühne zu bringen.

Das Bühnenbild in „Liebesleid und Mauerstreit lässt keinen Zweifel, in welcher Zeit das Stück spielt: „Ante Combinationem“  © Monika Jäger

So recht wollten sie nicht

Aber nun noch einmal kurz zur Historie. Nach dem dreißigjährigen Krieg kam Verden unter schwedische Herrschaft. Bereits ab  diesem Zeitpunkt mühten sich die Schweden, zuerst Königin Christina, die bis 1654 regierte, und dann ihre Nachfolger, die Städte zu vereinen. Aber so richtig gewollt haben es die Verdener nicht, so dass es noch bis 1667 dauerte, bis alle zähen Verhandlungen, es ging um Privilegien, Steuern, Abgaben und Übergangsregelungen, abgeschlossen werden konnten.  Aber dann wurde gefeiert: Angeblich drei Tage im Rathaus der Norderstadt, denn hier befand sich auch ein gut gefüllter Ratskeller und das Verdener Bier genoss einen hervorragenden Ruf.

Damals feierten nur die Ratsherren. Wenn nun in diesem Jahr das erste Mal dieses  Jubiläum richtig groß gefeiert wird, sind alle dabei.

Sängerstreit und Sängerfriede

Und nun komme ich wieder zu meinem eigentlichen Anliegen: Euch von dem Stadtjubiläum zu berichten, denn seit Monaten stellt die Stadt mit Unterstützung von über 90 Vereinen, Institutionen, Einrichtungen  und Gruppen ein buntes Programm unter dem Motto „Verden vereint.“ zusammen: Vom Theaterstück „aus zwei mach eins“  bis zu Mauern aus Pappkartons, die zur Zeit noch in Verdener Kindergärten und Schulen gestaltet und dann symbolisch eingerissen werden.

Programmpunkte, die „Süd und Nord zum alten Liede – Sängerstreit und Sängerfriede“ heißen oder das Tanzspektaktel „VERden vereint “ von inklusiv VERbunden machen mich schon sehr neugierig und steigern meine Vorfreude auf das kulturoffene Stadtfest.

Wenn ihr Lust habt, mit dabei zu sein, findet ihr hier weitere Infos.

Das Banner zum 350 jährigem Stadtjubiläum (c) Stadt Verden (Aller)

 

 

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