Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Über 7 Brücken musst du gehen – in Wilhelmshaven

Autor: Ines

Vergesst Amsterdam, Venedig und Hamburg! Wilhelmshaven hat zwar nicht so viele, aber mindestens genauso schöne Brücken zu bieten, wie die großen Städte. Über 7 Brücken musst du gehen – was nach einem bekannten Ohrwurm klingt, kann man in Wilhelmshaven auch wörtlich nehmen. Nagut, sagen wir 5 sind es auf jeden Fall, die du bei einem Wilhelmshaven-Besuch gesehen haben solltest.

Wir sind nicht nur eine Hafenstadt direkt an der Nordsee, auch der Ems-Jade-Kanal und die Maade fließen durch unser Städtchen. Das Wasser ist aus Wilhelmshaven nicht weg zu denken und gehört zu uns, wie der Seemann aufs Schiff.  Sicherlich kennt so manch einer die Kaiser-Wilhelm Brücke beim Südstrand. Als Wahrzeichen der Stadt ist sie eins der bekanntesten Fotomotive in Wilhelmshaven. Wir haben aber noch ein paar andere Bauerwerke dieser Art zu bieten.

Beeindruckender Blick von oben auf den Großen Hafen, bei dem man als Kenner gleich 5 Brücken ausmachen kann: Die Nassaubrücke, die Kaiser-Wilhelm-Brücke, die Deichbrücke, die Rüstringerbrücke und die Jachmannbrücke | Foto: Biewer

Mit Blick auf die Nordsee und die im Hafen liegenden Boote, findet man im Nassauhafen die Nassaubrücke. Ihren Namen erhielt sie von der Besatzung des Linienschiffs S.M.S. Nassau, welche 1910 als erste die Brücke überquerten. Schon fast 100 Jahre ist dieses Bauwerk aus Stahl und Holz alt und hat dabei schon so manch raue See miterlebt. Um den Gezeiten gewachsen zu sein, wurde sie als Pontonbrücke gebaut. Das bedeutet, das Bauwerk hat keiner Pfeiler, sondern liegt auf Schwimmkörpern und bewegt sich mit Ebbe und Flut. Im Naussauhafen befinden sich einige Fischrestaurants, von denen man das Treiben im Nassauhafen beobachten kann. Bei extremen Hochwassern einer Springflut oder einer Sturmflut, steigt das Wasser über den Rand des Hafens hinweg und überflutet die Nassaubrücke und anliegenden Bereiche. Auch der Parkplatz beim Aquarium steht dann unter Wasser. Ein beeindruckendes Schauspiel!

Von der Nassaubrücke zur Kaiser-Wilhelm-Brücke ist es nur ein kleiner Spaziergang entlang der Südpromenade. Die imposante Drehbrücke aus blauem Stahlfachwerk hat mich schon bei so mancher Durchfahrt von großen Schiffe staunen lassen. Am 29.09. ist es wieder so weit, dann kann man bei der Einlaufparade des Wilhelmshaven Sailing-CUP große Traditionssegler bestaunen. Eine Stunde dauert dieses Spektakel und so lange ist die Brücke für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt.

Mit einer Spannweite von 159 Metern und 440 Tonnen ist sie Deutschlands größte Drehbrücke aus Stahl. Die beiden Stützen ragen etwa 20 Meter in die Höhe. Führt einen die Brücke mal nicht zur Nordsee, gelangt man zum Bontekai. Dieser verbindet die Kaiser-Wilhelm-Brücke und die Deichbrücke. Die ungleicharmige Drehbrücke wurde 1908 anstelle einer 1881 erbauten Holzbrücke errichtet und feierte 2008 100-jähriges Bestehen. Ein imposantes Bauwerk, was mich immer wieder mit seiner Schönheit beeindruckt, sowohl in Real, als auch auf unzähligen Fotoaufnahmen.

Der Ems-Jade-Kanal ist eine wichtige Verbindung des Inneren Hafens zur Ems für die Sport- und Freizeitschiffe. Um diese Verbindung zu ermöglichen, öffnet sich die Deichbrücke bei Durchfahrt von Schiffen über 2,10 Meter. Ich stand schon häufiger auf dem Weg zur Arbeit um fünf vor acht morgens vor geöffneter Brücke. Mein Ziel nur einen Steinwurf entfernt. Aber auch umfahren macht hier wenig Sinn, denn an unseren Brücken führt kein Weg vorbei. Mit etwas „Glück“ steht man dann vor der geöffneten Rüstringer- oder Kaiser-Wilhelm-Brücke. Was in anderen Städten die Bahnschranken sind, sind für uns Wilhelmshavener die Brücken. Auch wenn man sich dann manchmal ärgert, vor einer offenen Brücke zu stehen, ist das Spektakel des Öffnens und Schließens doch immer wieder interessant und fasziniert einen immer wieder aufs Neue.

 

Die Deichbrücke bietet einen wunderschönen Ausblick auf den Großen Hafen | Foto: Barbara

Die Rüstringer Brücke ist neben Deichbrücke und Kaiser-Wilhelm-Brücke, die Dritte Verbindung in Wilhelmshaven über den Ems-Jade-Kanal. Sie befindet sich im Stadtteil Bant zwischen Handels- und Kanalhafen. In diesem Jahr haben hier viele Sanierungsarbeiten stattgefunden, sodass die Brücke häufig weder für den Schiffsverkehr noch für andere Verkehrsteilnehmer passierbar war.

Die Rüstringer Brücke ist eine Klappbrücke | Foto: Barbara

Die Jachmannbrücke überquert den Hafenkanal, die einzige Zufahrt zum Marinearsenal. Von hier hat man einen außergewöhnlichen Blick auf die beindruckenden Schiffe der Marine und die riesigen Drehkräne. Die Jachmannbrücke ist eine Doppelklappbrücke, die im geöffneten Zustand eine Durchfahrtsbreite von 45 Metern hat. Sie wurde erst 1978 für den Verkehr freigegeben. Vorher existierte nach dem 2. Weltkrieg der Jachmandamm, welcher aus Bauschutt errichtet wurde.

Ausblick von der Jachmannbrücke ins Marinearsenal | Foto: Barbara

Folgt man von hier dem Friesendamm, gelangt man zur Niedersachenbrücke. Eigentlich ist sie gar keine richtige Brücke, sie verbindet zumindest nicht zwei Ufer miteinander. 1972 wurde die Niedersachsenbrücke als Pier mit Schiffsanleger gebaut. Das moderne Massengutterminal ist seit 2013 unter Bulk Terminal Wilhelmshaven bekannt. Direkt an der Nordseeküste werden hier die größten Kohleschiffe der Welt abgefertigt. 2017 schaffte es Sturm Xavier einen der 1400 Tonnen schweren Kräne auf dem Terminal aus den Angeln zu heben und in die Jade zu stürzen. Keiner der Hafenarbeiter wurde dabei verletzt, aber der Kran und die umliegenden Anlagen wurden zum Teil völlig zerstört.  Schon seid den 1970er Jahren stand er dort.

Aber nicht alle unsere Brücken führen über große Gewässer. In den Parks der Stadt gibt es auch einiges zu entdecken. Beim Schlendern durch den Stadtpark, versteckt zwischen den Bäumen findet sich eine Holzbrücke, die einen trockenen Fußes über einen kleinen Bach führt. Auch, wenn sie nicht so imposant sind wie ihre großen Geschwister aus schwerem Stahl gehören auch sie zum Stadtbild.

So kleine Brücken, wie diese, finden sich häufig im Stadtgebiet | Foto: Barbara

Also warum nicht mal wieder neben all der modernen Architektur in die Geschichte eintauchen und bei einer Tour durch Wilhelmshaven die Brücken dieser Stadt bestaunen.

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