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Im Tortenhimmel – Das Panoramacafé im Gifhorner Wasserturm

Autor: Jörn

Besser kann Winterwetter kaum sein: der Himmel ist blau, die Sonne strahlt, es ist kalt und nahezu windstill. Das sind perfekte Bedingungen, um dem Panoramacafé im Gifhorner Wasserturm einen Besuch abzustatten, denke ich mir. Denn vom Café aus, ganz oben im Turm, kann man bei guter Sicht sogar den 75 Kilometer entfernten Brocken im Harz sehen.

Das höchstgelegene Café der Lüneburger Heide

Der Wasserturm überragt alle anderen Gebäude der Stadt. Schon von weitem kann man den Café-Schriftzug am oberen Ende des Turms erkennen. Der Kopf ragt aus den ihn umgebenden grünen Nadelbäumen hervor, mit dem spitzen Dach sieht er fast aus wie eine Rakete, die in den Himmel schießt.
Das Café befindet sich in 90 Metern Höhe und ist damit das höchstgelegene Café in der Lüneburger Heide. Eine mächtige Sanddüne trägt den Wasserturm und lässt ihn dadurch noch imposanter erscheinen.

Treppe oder Fahrstuhl?

Die Treppe, die über die Sanddüne zum Turm führt, habe ich schnell erklommen. Aber um das Café zu erreichen, sind weitere 120 Stufen über eine Wendeltreppe zu bewältigen. Ich stehe vor der massiven, hölzernen Eingangstür, hinter der die Treppe liegt. Dann schaue ich nach links und sehe den eindrucksvollen gläsernen Fahrstuhl. Ich entscheide mich für den Fahrstuhl, nehme mir aber selbst das Versprechen ab, den Turm über die Treppe wieder hinunterzusteigen.

Angekommen im Tortenhimmel

Als sich die Türen des Fahrstuhls am Ende der Fahrt nach oben öffnen, steigt mir schon frischer Kaffeeduft in die Nase. Ich werde freundlich begrüßt, bestelle einen Kaffee und suche mir ein Stück Torte aus. Die Wahl fällt mir schwer, da alle Torten sehr lecker aussehen und ich entscheide mich dann für eine Cappuccino–Torte. Alle Torten sind natürlich hausgemacht. Deshalb ist das Café auch bei Einheimischen und Urlaubern so beliebt und bekannt für besondere Tortenkreationen wie Champagnertorte mit Schwips oder Moortorte.
Im Panoramacafé kann man auch ganz wunderbar frühstücken. Aber auch warme Speisen wie Schafskäse in Folie gebacken mit Tomatenscheiben und Zwiebelringen, Olivenöl und einem Hauch Knoblauch oder Gifhorner Hochzeitssuppe befinden sich im Angebot. Übrigens verfügt das Café über 50 Sitzplätze, so dass es auch für größere Gruppen geeignet ist.

Panoramablick in alle Himmelsrichtungen

Ich setze mich direkt an ein Fenster und genieße Torte, Kaffee und den herrlichen Ausblick. Das Café ist rund und bietet so eine Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen. Unter den Fenstern sind kleine Tafeln angebracht, auf denen die Orte und Sehenswürdigkeiten notiert sind, die man aus der jeweiligen Perspektive sehen kann. Bei guter Sicht erblickt man den Harz mit dem Brocken im Süden oder den Elm im Osten. Der Himmel ist mittlerweile ein wenig bewölkt und die Sicht in größerer Entfernung ein wenig getrübt, so dass sich der Brocken hinter einer dichten, dunstigen Wand versteckt. Trotzdem, die Aussicht ist außergewöhnlich schön.

Das Innenleben des Wasserturms

Ich halte mein Versprechen ein und nehme für den Abstieg die Treppe. Unterwegs werde ich mit Blicken auf das dicke Mauerwerk und die schweren gusseisernen Druck- und Ablaufleitungen, die sich in voller Höhe durch den Turmkörper ziehen, belohnt. Beeindruckend ist auch der konkav geschwungene Boden des handgenieteten Wassertanks, der nach dem Ingenieur Intzent-Behälter benannt ist – 150.000 Liter fasste er einst.
Ende des neunzehnten, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts beschloss der damalige Gifhorner Stadtrat, die Wasserversorgung in der Stadt zu modernisieren. 1910 ging der Wasserturm dann in Betrieb. 63 Jahre später, 1973, wurde der Betrieb eingestellt. Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends erhielt der Wasserturm mit dem Café wieder eine Funktion, nachdem er aufwändig wieder in Stand gesetzt wurde.

Das Panoramacafé ist von Donnerstag bis Sonntag von 8.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Die Adresse: Braunschweiger Straße 37 a, 38518 Gifhorn.

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