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#wf900 – das etwas andere Stadtjubiläum(sjahr)

Autor: Björn

Wie feiert man eigentlich den 900. Geburtstag der Lessingstadt Wolfenbüttel auf angemessene Weise? Und darf ein Jubiläum leicht und unterhaltend sein oder ist so ein Stadtgeburtstag eher etwas für Historiker und andere, die in der Geschichte der Stadt zu Hause sind? Wenn Euch diese Fragen neugierig machen dann lade ich euch herzlich ein, mir auf den nächsten Zeilen zu folgen. Ich nehme euch mit auf die Reise in das Jahr 2018, denn es wird ein ganz besonderes Jahr werden: Die Lessingstadt feiert ihren 900. Geburtstag. Aber nun erstmal alles der Reihe nach.

Wann ging es nochmal los?

Die erste urkundliche Erwähnung unserer wunderbaren Stadt an der Oker datiert auf den 13. November 1118 und ist in den Archiven des Stifts Steterburg nachzuschlagen. Damals wollte wohl irgendjemand ein Grundstück im benachbarten Ort Linden kaufen und der Name der Siedlung „Wulferisbuttle“, also das heutige Wolfenbüttel, tauchte als geografischer Bezug erstmals urkundlich auf. Nun kann man daraus schließen, dass es die Siedlung auch schon vorher gegeben haben muss, da sie wohl kaum für die Urkunde errichtet wurde, aber darum soll es hier nicht gehen. Wir halten uns also an das Jahr 1118 in dem, „Tatata“, Wolfenbüttel zum ersten Mal die Bühne des Weltgeschehens betreten hat. Oder anders gesagt: „Wer schreibt, der bleibt!“. Und das passt wie die Faust aufs Auge, denn heute, im Jahr 2018, 900 Jahre später, hat sich aus der kleinen Siedlung eine liebenswerte Stadt mit mehr als 53000 überwiegend tollen Menschen entwickelt und Linden, Linden ist inzwischen sogar ein Ortsteil geworden. Und das ist gut so, nicht nur wegen der Lindenhalle, die damit quasi als Mitgift seit 1974 zur Stadt gehört.

Wie Ihr lesen könnt, geht ohne den Blick zurück absolut nichts. Nicht mal der Blick nach vorn. Oder wie einst schon Friedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand von Humboldt (1767-1835) sagte:

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft

Nun mangelt es in einer Kulturstadt, wie Wolfenbüttel eine ist, überhaupt nicht an Schriften, Veranstaltungen, klugen Köpfen und Museen, die uns über unsere Vergangenheit aufklären und damit helfen, die (hoffentlich) richtige Zukunft zu beschreiten.

Wie soll das Jubiläum wohl werden?

Deshalb stellte sich alsbald auch die Frage, welche Themen denn noch nicht ausreichend beschrieben und besprochen wurden, wenn wir mal so auf einen Schlag 900 Jahre Revue passieren lassen wollen? Und mit dem Blick auf die mehr als 53000 Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbüttelern, also unsere Lessingstädter, kam die Frage dazu, wie viele sich für eine weitere Chronik oder Festschrift so interessieren könnten. Kurz eingeschoben, damit wir uns jetzt nicht falsch verstehen, die Stadt Wolfenbüttel fördert seit Jahren wissenschaftliche Arbeiten auf den verschiedensten Themengebiete, verlegt selber Chroniken, betreibt das Lessingtheater, die Stadtbücherei, das Schloss und das Bürger Museum und unterstützt zahlreiche Vereine und Einrichtungen mit nennenswerten Beiträge. Es war also vielmehr die Frage, wo in alledem noch Platz für das Jubiläum sein könnte? Nach längeren Überlegungen und Diskussionen ist die folgende Antwort entstanden.

Wolfenbüttel feiert Geburtstag

Geht das so einfach? Ich finde „ja“ und halte es für eine gute Idee, mit allen Lessingstädtern, den Menschen der Region und unseren Gästen aus Nah und Fern – also auch Dir, wenn Du magst – ein Jahr lang den 900. Geburtstag unserer Lessingstadt zu feiern. Nun muss man sich das anders vorstellen als beim 90. Geburtstag, der zum Beispiel als „Dinner for one“ immer zu Silvester im Fernsehen läuft. Es soll eben nicht ausschließlich wie bei Miss Sophie in der Vergangenheit gelebt werden und die längst verblichenen Freunde an die Tafel gebeten werden.

Wolfenbüttel möchte im hier und jetzt feiern. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise, mal ernsthaft und nachdenklich (Lessing Festival 2018, 5.-26. Mai 2018), kulinarisch lecker (Streetfood-Festival, 1.-3. Juni 2018), aber auch mal laut und wild (Altstadtfest, 17.-19. August 2018) und dann wieder leise und verträumt (Stadtgraben-Fest, 14./15. September 2018), poetisch (Theaterfest, 23. September 2018) oder auch besinnlich zum Jahresende (Weihnachtsmarkt und Adventshöfe, 27. November bis 23. Dezember 2018). Und die Stadt will alle Veranstalter einladen, sich mit ihren Veranstaltungen in den Geburtstagsreigen einzureihen, wie beispielsweise dem Frühjahrs-Salon heimischer, bildender Künstler, den Stadtführungen zum 900-jährigen des Kulturstadtvereins, dem Gartenzauber im Park oder auch dem Summertime-Festival, um an dieser Stelle nicht in eine endlose Aufzählung zu geraten. Diese und noch viel mehr Veranstaltungen findet ihr natürlich auf den verlinkten Seiten und selbstverständlich auch auf der eigens für das Jubiläum angelegten Seite www.wf900.de.

Werdet ein Teil des Jahres mit Euren digitaler Erlebnissen

Neben den Veranstaltungen und vielen weiteren Information findet Ihr unter dem Menüpunkt „#wf900“ etwas ganz Neues. Eine Social-Wall, oder auf Deutsch: soziale Pinnwand, auf der alle eure Beiträge auf Facebook, Twitter und Instagram automatisch zusammengeführt werden, wenn ihr sie mit dem Hashtag (Schlagwort) #wf900 kennzeichnet. Zeigt, was Euch interessiert, postet eure Fotos zum Jubiläum und stellt den anderen Leserinnen und Leser der Internetseite damit auch eure schönsten Orte in Wolfenbüttel vor. Wir freuen uns auf viele tolle Bilder und anregende Erlebnisse und hoffen, damit eine kleine Erlebnis-Chronik durch das Jahr zu schreiben.

Screenshot der Social-Wall auf www.wf900.de

… apropos Chronik

Natürlich kommt auch das Stadtjubiläum in Wolfenbüttel nicht ohne eine Chronik aus. Diesmal waren – und sie mögen uns dafür nicht allzu sehr gram sein – mal keine Historiker und Freunde der Geschichte damit betraut. Ganz dem Geburtstagsmotto soll auch die Chronik anders sein und ich wünsche mir von Herzen, dass ihr alle diese Idee mit Freude aufnehmt. Ab Anfang März wird die Geschichte der Stadt nicht neu geschrieben, aber doch ein bisschen neu präsentiert werden. In zahlreichen kleinen Episoden aus 900 Jahren Wolfenbüttel wird der Comiczeichner Tobi Wagner aus Schöppenstedt berichten. Wo es das Comic dann zu kaufen geben wird und vieles mehr, dass verraten wir euch auf www.wf900.de.

©Tobi Wagner

Dieser Beitrag ist zuerst auf dem Blog der Lessingstadt Wolfenbüttel www.echtlessig.de erschienen. Unser Blogger Björn ist dort ebenfalls als Blogger aktiv.

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