Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Komm, wir paddeln um Braunschweig!

Autor: Patrizia Bodeux

Die Sommerzeit lockt mich mit schönem Wetter in die Natur und meine Wochenenden verbringe ich nun am liebsten mit einem kühlen Getränk in der Hand, in einer Hängematte baumelnd. Sportliche Betätigung kommt dabei leider etwas zu kurz, deshalb habe ich mir eine sommerliche Herausforderung gesucht: Ich möchte paddeln gehen!

Mein Ziel: auf dem Wasser einmal um Braunschweig herum. Die Stadt ist zwar keine Insel, aber die Umflut der Oker, die sich wie ein Ring um den Stadtkern legt, macht eine Umrundung trotzdem möglich.

Die Qual der Wahl

Da ich kein eigenes Boot besitze, miete ich mir ein passendes Gefährt. Egal ob mit dem Freund oder der ganzen Familie – die Auswahl an Booten und Verleihstationen in der Löwenstadt ist groß. Je nach Bedarf kann zwischen Kajaks für zwei oder drei Personen oder Kanus für vier Personen gewählt werden. Wenn mehr als vier Personen in einem Boot fahren möchten, stehen auch Ruder- oder Tretboote zur Miete bereit. Ich entscheide mich heute für das 2er Kajak, in dem ich mit einer Freundin lospaddeln möchte.

Ab auf die Oker! Egal ob im Kajak oder Tretboot – der Spaßfaktor auf der Oker ist hoch. Foto: BSM/Daniel Möller

Unser Startpunkt ist der Anleger des Bootsverleihs Okertour. Von hier aus beginnt unser Wasserabenteuer rund um die Innenstadt. Im Vorhinein haben wir uns schon mithilfe des Okerplans über alle Anleger auf der Strecke, Wehre und andere Hindernisse informiert und die Route geplant. Dann geht es los: Die ersten Paddelversuche sind holprig, aber schon nach kurzer Zeit haben wir uns gut aufeinander abgestimmt und nehmen Fahrt auf. Vom Wasser aus können wir uns nicht entscheiden, welche Uferseite wir zuerst bestaunen sollen: Prächtige Villen, blühende Gärten und ganz viel Natur schaffen eine einzigartige Landschaft, die uns Landratten sonst verborgen bleibt. Obwohl wir mitten in der Stadt sind, liegt eine angenehme Ruhe auf dem Wasser, nur ab und an zwitschert es in den Bäumen oder kreuzen uns andere Kanuten.

Braunschweigs schönste Ecken

Kurze Zeit später treiben wir auch schon an der ersten Sehenswürdigkeit, dem Herzog-Anton-Ulrich Museum vorbei, das eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen Deutschland ist und nach seiner Renovierung seit 2016 in neuem Glanz erstrahlt. Dahinter erwartet uns ein herrlicher Ausblick auf den Museumpark, der sich nach einer kleinen Brückendurchfahrt in den Theaterpark verwandelt. Weiter geht es, vorbei an der Pflanzenvielfalt des Botanischen Gartens, ein längeres Stück flussaufwärts bis hin zum Universitätsviertel Braunschweigs, wo wir den Okeranleger am Gaußberg für eine kleine Verschnaufpause nutzen. Von hier aus müssen wird das Kajak erst einmal schultern und einen kleinen Spaziergang durch den Gaußbergpark machen, vorbei am Gauß-Denkmal, um es hinter dem unpassierbaren Wendenwehr, wieder ins Wasser zu setzen.

Vom Wasser aus können die schönsten Seiten der Löwenstadt bestaunt werden. Foto: BSM/Gerald Grote

Wieder im Boot können wir jetzt die Ansicht auf den Inselwallpark genießen. Der Park ist eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt und wurde nach der angrenzenden Straße Inselwall benannt. Entlang genau dieser paddeln wir jetzt weiter und bewundern die Stadtvillen am Ufer. Mittlerweile haben wir schon fast die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht. Trotz recht heißem Wetter ist unsere Fahrt bisher durch die großen Bäume am Flussufer angenehm schattig gewesen und auch die Strömung haben wir kaum bemerkt.

Zwei Wehranlagen liegen auf der Okertour um die Innenstadt. Hier müssen Paddler aussteigen. Foto: BSM/Gerald Grote

Dann heißt es noch einmal: Raus aus dem Boot! Wir haben das Petriwehr erreicht und müssen aussteigen, um das Boot einmal herum zu tragen. Für die Zukunft ist geplant, hier einen Fisch-Kanu-Pass zu bauen, der sowohl Fischen als auch Kanuten das Passieren erleichtern soll. Wir schauen noch kurz ehrfürchtig den Wassermassen zu, die durch die alte Wehranlage sprudeln, bevor wir die Fahrt wiederaufnehmen. Wir fahren nun durch den westlichen Teil der Stadt, der immer wieder tolle Ansichten auf Grünflachen und Wohngebiete bereithält. Langsam nähern wir uns auch wieder der Innenstadt und schippern unter der Gieselerbrücke hindurch, vorbei an Braunschweigs Kultviertel, dem alten Bahnhof und hinein in den Bürgerpark – wo uns wieder die Natur erwartet.

Erholung am Strand

Sichtlich erschöpft werfen wir kurz vor dem Ziel noch einmal unseren Anker für eine kleine Rast an Braunschweigs Stadtstrand, der Okercabana und lassen uns in einen Liegestuhl fallen. Mit den Füßen im Sand und einer Erfrischung in der Hand tanken wir Kraft für den letzten Abschnitt unserer Stadtumrundung.

Für eine Pause mit Urlaubsflair: In der Okercabana können Getränke und Speisen mit den Füßen im Sand genossen werden. Foto: BSM/Daniel Möller

Mit neuer Energie paddeln wir im Anschluss noch einen herrlich entspannenden Abschnitt durch den Bürgerpark und erreichen schließlich wieder unseren Ausgangspunkt.

Paddeln ist klasse!

Nach fast vier Stunden auf dem Wasser, die Pausen nicht mitgerechnet, muss ich erschöpft aber glücklich feststellen: Paddeln ist einfach klasse! Der Mix aus körperlicher Anstrengung und Sightseeing mitten in der Innenstadt von Braunschweig hat mich überzeugt und ich habe die Stadt einmal von einer ganz neuen Seite entdeckt. Ich freue mich schon auf meine nächste Tour – vielleicht im Tretboot?

Wer sich nicht traut alleine zu paddeln, oder während seiner Tour Wissenswertes über die Stadt erfahren möchte, der kann auch eine geführte Paddeltour buchen. Für alle Sportmuffel ist eine Fahrt auf den Okerflößen eine tolle Alternative: Hier können die Beine entspannt hochgelegt werden und bei kulinarischen oder literarischen Leckerbissen der Blick auf Braunschweigs schönste Seiten genossen werden.

 

Auf dem Löwenstadtblog findet Ihr übrigens eine Übersicht aller Bootsanleger an der Oker und weitere gute Tipps für Sommeraktivitäten!

Titelbild: Ab auf die Oker! Hier findet man den perfekten Mix von Natur, Sport und Abenteuer. Foto: BSM/Daniel Möller

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