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„für den neuen menschen.“ – Russische Avantgarde

Das Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück präsentiert bis zum 25. Mai die Ausstellung „für den neuen menschen. Russisches Avantgarde-Design: Ideen, Entwürfe, Gestaltung.“ Rund 110 Werke der russischen Avantgarde lenken den Blick auf eine der spannendsten und innovationsreichsten Epochen der Kunst, deren Impulse bis heute in der Bildenden Kunst, in Architektur und Design wirken.

Ilja Tschaschnik: Suprematistische Komposition, um 1924. Papier, Bleistift, Aquarell, Tusche, Gouache, 24,8, x 17,1, cm. SEPHEROT Foundation (Liechtenstein) © SEPHEROT Foundation (Liechtenstein).

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vollzog sich in der Kunst ein radikaler Wandel. Künstler der russischen Avantgarde wie Kasimir Malewitsch, Wladimir Tatlin, El Lissitzky oder Alexander Rodtschenko fanden in der gegenstandsfreien Darstellung zukunftsweisende Ausdrucksformen für den Aufbruch in eine neue Zeit. Das „Schwarze Quadrat auf weißem Grund“ von Kasimir Malewitsch wird als Urform der bildnerischen Gestaltung zur Ikone des künstlerischen Neuanfangs. Malewitsch wollte die völlige Befreiung vom Gegenstand als Ausdruck der reinen Empfindung. Die Konstruktivisten forderten neue, nach Funktion und Material ausgerichtete Gestaltungsprinzipien.

Die Ausstellung reicht von Fotomontagen und Buchgestaltungen über Entwürfe für Architekturprojekte bis hin zu Stoffen, Porzellanarbeiten und Produktdesign. Sie dokumentiert mit ausgewählten Grafiken und Objekte die stürmische Entwicklung des Designs, die sich in diesen Jahren in Russland vollzog.

Die Hoffnung auf den neuen Menschen starb sehr früh

Das ganze passierte in der revolutionären Aufbruchsstimmung im Jahr 1917 und viele der jungen russischen Künstler glaubten sich an der universalen Umgestaltung der Gesellschaft, an dem „neuen menschen“, beteiligen zu können. Daraus wurde nichts: Wie wir wissen setzte Stalin der kurzen Phase avantgardistischer Bestrebungen ein Ende, die Werke verschwanden aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Sepherot Foundation, Liechtenstein, hat über viele Jahre diese Werke aufgespürt und gesammelt. Für die Ausstellung in Osnabrück stellt sie einen Überblick von mehr als 110 Exponaten aus der umfangreichen Sammlung zur Verfügung. Das Museum für Angewandte Kunst Köln ergänzt diese Leihgaben um Exponate aus dem Bereich der Porzellangestaltung.

Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück.

Folgende Künstler der russischen Avantgarde sind in der Ausstellung vertreten: Wassili Jermilow (1894 – 1968), Natalja Gontscharowa (1881 – 1962), Michail Larionow (1881 – 1964), El Lissitzky (1890 – 1941), Kasimir Malewitsch (1879 – 1935), Ljubow Popowa (1889 – 1924), Iwan Puni (1892 – 1956),  Alexander Rodtschenko (1891 – 1956), Olga Rosanowa (1886 – 1918), Wladimir Stenberg (1899 – 1982), Warwara Stepanowa (1894 – 1958), Nikolai Sujetin (1897 – 1954), Wladimir Tatlin (1885 – 1953), Ilja Tschaschnik (1902 – 1929), Jakow Tschernichow (1889 – 1951), Nadeshda Udalzowa (1885 – 1961).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (24,80 Euro).

Mehr über die Ausstellung.

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