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❆ Ein Bummel auf dem Hildesheimer Weihnachtsmarkt ❆

Autor: Maike

Noch im Oktober war es für mich schwer vorstellbar, dass ich Ende November meine Hände an einer Tasse mit heißem Glühwein wärme und mit Mütze, Schal, Winterjacke, Handschuhen und Winterstiefen auf dem Marktplatz zwischen hohen Tannen und rustikalen Holzhütten stehe und Weihnachtslieder lausche. Nach einem weiteren Jahrhundertsommer kam der Winter irgendwie doch sehr überraschend. Nun ist er da und mit ihm alles, was dazu gehört – auch die besinnliche Weihnachtszeit mit all ihren schönen Traditionen.

Hildesheimer Weihnachtsmarkt © Van der Valk Hotel

Der Hildesheimer Weihnachtsmarkt

Traditionell wird der Hildesheimer Weihnachtsmarkt am Montag nach Totensonntag eröffnet. Das war in diesem Jahr der 26. November. Und so war dieser Termin bereits rot in meinem Kalender markiert. Mit Ausrufezeichen versteht sich.

Hier ein kurzer Fernsehbericht von SAT. 1 zum Hildesheimer Weihnachtsmarkt:

Glühwein und gebrannte Mandeln: Hildesheimer Weihnachtsmarkt macht sich startklar

Am 26. November verlasse ich gegen 17 Uhr das Büro und mache mich auf zum historischen Marktplatz, wo der Oberbürgermeister um 17.30 Uhr den Weihnachtsmarkt mit den Worten: „Es werde Licht“ eröffnet. Zack, erstrahlen rund 7.500 LED-Lichter die rund zehn Meter hohe Weihnachtstanne vor dem Rathaus. Und eine Tatsache sorgt bei der Eröffnungsrede ebenfalls für Jubel: Der Oberbürgermeister hält einen Lidl Prospekt aus Italien mit Reiseangeboten in der Hand. Und siehe da: das Cover ziert der Hildesheimer Weihnachtsmarkt – soweit ist es also, dass der Weihnachtsmarkt die Titelseiten von Werbeprospekten füllt.

Ein Bummel entlang der Hütten

Da stehe ich nun, mitten auf dem beleuchteten Marktplatz, der Glühwein fließt, die Produktion der gebrannten Mandeln und der Schmalzkuchen läuft auf Hochtouren und das Geschnatter der Weihnachtsmarktbesucher ist unterschwellig zwischen den leisen Tönen der Weihnachtsmusik zu hören. Zeit für mein erstes Heißgetränk! Ich steuere meine Lieblingshütte an. Die kleine, rote Holzhütte mit weißen Farbakzenten im finnischen Look liegt etwas abgelegen, in Richtung Innenstadt vor der Eisdiele Venezia. Zur Auswahl steht Kinderpunsch ohne Alkohol und finnischer Glögg, den man mit verschiedensten und teilweise recht ungewöhnlichen Schnapsschüssen verfeinern kann. Das Angebot reicht vom 15% Likör, über Kräuter-, Lakritz-, Minz-, Espresso und Obstschnaps (darunter auch eine finnische Beere: die Moltebeere, das Wahrzeichen Lapplands, die übrigens die Zwei-Euro-Münze Finnlands ziert) bis zu 60% Wodka. Heute entscheide ich mich für einen Glögg mit Mangowodka und verfeinere diesen noch mit Mandelblättchen und Rosinen. Aber das soll es nicht gewesen sein. Und so starte ich nach meiner Stärkung den Bummel über den Hildesheimer Weihnachtsmarkt. Neugierig passiere ich die Hütten, in denen süße Leckereien wie Poffertjes, Crêpes, Schmalzkuchen, Lebkuchen und gebrannte Nüsse angeboten werden. Dazwischen natürlich auch die herzhaften Spezialitäten wie Bratwurst, Rahmfladen, Handbrot und Schafskäse. Hie und da überfliege ich die Auslagen der Stände mit Kunsthandwerk und beobachte die Kinder und Erwachsenen in und vor den vereinzelten Fahrgeschäften.

Das himmlische Postamt auf dem historischen Marktplatz

Einen Stand muss ich mir aber noch ganz genau anschauen: In diesem Jahr befindet sich zum ersten Mal eine Außenstelle des Weihnachtspostamtes Himmelsthür auf dem historischen Marktplatz (gleich neben dem Brunnen). Ein älterer Mann in blauer Uniform begrüßt mich beim Betreten der Hütte, die wie ein uriges Postamt eingerichtet ist: Schreibmaschinen und Stempel befinden sich auf Regalen, in denen Formulare und Stifte liegen. Dann entdecke ich eine Schulbank mit diversen Bastelutensilien. Ich erfahre, dass vor über 50 Jahren das älteste Weihnachtspostamt im Hildesheimer Ortsteil Himmelsthür eröffnet wurde. In den vergangenen Jahren kamen dort jährlich über 50.000 Briefe von Kindern aus der ganzen Welt an, die vom Weihnachtsmann und seinen Helfern beantwortet wurden. Nun sorgt die Außenstelle des Postamtes auf dem Marktplatz dafür, dass Kinder auch direkt vor Ort auf dem Weihnachtsmarkt ihre Briefe an den Weihnachtsmann basteln, malen und schreiben können. Bis zum 23. Dezember können die Briefe dort erstellt und in einen Briefkasten eingeworfen werden. Der Weihnachtsmann legt am Abend des 23. Dezembers eine lange Nachtschicht ein und beantwortet die letzten Briefe, die am 24. Dezember noch verschickt werden. Die Außenstelle des Postamtes auf dem historischen Marktplatz ist täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

Und wer seinen Brief direkt an das Postamt nach Himmelsthür schicken will, verwendet folgende Adresse:

An den Weihnachtsmann
Himmelsthür, 31137 Hildesheim

Alle Briefe, die dort bis zum 14. Dezember eingehen, werden rechtzeitig bis Weihnachten beantwortet.

Hier ein kurzer Fernsehbericht von SAT. 1 zur Außenstelle des Weihnachtspostamtes auf Hildesheimer Weihnachtsmarkt:

Weihnachtspostamt in Himmelsthür – jetzt auch mit Außenstelle in Hildesheim

Öffnungszeiten vom Hildesheimer Weihnachtsmarkt (26. November – 27. Dezember 2018):
Täglich von 11 bis 20 Uhr. Am 24. und 25. Dezember geschlossen, am 26. Dezember ab 14 Uhr.

 

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