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Zu Besuch bei den Celler Pilz-Pionieren

Autor: Sarah

Schon mal von einem Laden gehört, der sich FungiFarm nennt und im Hinterstübchen Pilze in Metallregalen auf Plastiktüten anbaut, um diese dann an Endverbraucher zu verkaufen?! Hört sich seltsam an? Ist es aber nicht und dazu auch noch absolut legal!

Regal mit Zitronenseitling

Es wird Herbst in #meincelle – Die Blätter färben sich langsam aber sicher bunt und es wird von Tag zu Tag kühler. Das schreit doch förmlich nach „Ab in die Pilze“ oder?! Na klar, denke ich mir und beschließe mich auf die Suche nach diesen saisonalen Köstlichkeiten zu begeben. Doch wo? Die Region Celle hat zwar viele Wälder und dort sollen sie ja bekanntlich leben, diese Pilze – ABER – es geht auch wesentlich einfacher und vor allen Dingen viel interessanter. Nämlich bei der FungiFarm: Einer kleinen Edelpilzzucht im Herzen der Celler Altstadt. Hier züchten die Gründer Leon und Konstantin mit größter Sorgfalt seit Anfang 2018 zehn verschiedene Pilzkulturen.

Willkommen bei der FungiFarm

„Hallo?“, rufe ich durch die angelehnte Tür in das unscheinbare noch im Rohbau befindliche Ladengeschäft im Nordwall 58. Es liegt ein leichter Geruch von feuchter Erde in der Luft, aber sonst ist weit und breit niemand und vor allem keine Pilze. Komisch, ich bin hier doch richtig oder? Entwarnung… Etwas weiter entfernt hört man ein „Moin Sarah, komm doch rein. Willkommen bei der FungiFarm!“

Da sind sie ja, Leon und Konstantin, beide 25 Jahre und das Team der FungiFarm. Mir bleibt nur Zeit für eine kurze Begrüßung, denn ohne lange zu zögern werde ich von den beiden mit blauen Handschuhen und Überschuhen ausgestattet. Ok, stimmt. Ich will ja auch schließlich was über die Pilzzucht und ihre Idee dahinter lernen und ja, auch ein wenig unterstützen. Heute ist nämlich eine Substratlieferung eingetroffen und ernten müssen die beiden auch noch. Morgen ist schließlich Wochenmarkt. Also, es gibt viel zu tun!

Limonenseitling, Shiitake und Pom-Pom Blanc

Am Arbeitstisch im hinteren Bereich des Ladens strahlt mich schon die farbenfrohe Seitlingsfamilie an. Wow, ich bin schon jetzt total begeistert, allein von diesem Anblick. Die Pilze sehen einfach wie gemalt aus und fast alle habe ich noch nie vorher gesehen. Leon erzählt, dass die Pilze trotz ihrer enormen Vielfalt in den Supermärkten fast ausschließlich durch den Champignon repräsentiert und auch in ihrer Vielseitigkeit oftmals total unterschätzt werden. „Die verschiedenen Sorten decken ein breites Geschmacksspektrum ab“, sagt mir Konstantin. Ob bissfest und würzig oder zart und mild, ob kalt als Antipasti oder heiß als köstliche Cremesuppe. Mhhh, da bekomm ich ja glatt Hunger. Aber bevor ich an die Zubereitung meines Abendessens denken kann, muss ich mir die Hauptzutat erstmal verdienen.

Dank „künstlichem Herbst“ wachsen die Pilze überall

Gesundheitsberater Leon und Maschinenbauingenieur Konstantin sind aus den Großstädten in ihre Heimat Celle zurückgekehrt, um sich ganz den Geheimnissen der Pilzzucht zu widmen. Zusammen haben sie im Italienurlaub ihre Idee der Pilzzucht entwickelt und auch relativ schnell in die Tat umgesetzt. So ist es auch leicht erklärt, dass der Zuchtraum in Eigenregie gebaut wurde. 17 Grad, erhöhte Luftfeuchtigkeit und eher dunkel – künstlicher Herbst eben. Die vielen, verschiedenen Pilzkulturen wachsen aus sterilisierten Substratbeuteln in diesem kleinen Lagerraum vor sich hin und benötigen je nach Sorte ca. 1-2 Wochen zum Wachsen.

Ich bin echt begeistert und darf auch gleich selbst ein paar Pilze ernten. Für mich gibt’s heute Kastanienseitling und den besonders schönen Rosenseitling. Der Fruchtkörper wird mit einer leichten Drehbewegung einfach vom Myzel getrennt und „zack“ hab ich einen ganzen Korb voll Pilze „gesammelt“. Das ist schon ein bisschen einfacher, als in den Wald zu gehen oder?!

Pilze vorhanden, aber wie bereite ich die denn jetzt am besten zu? Ganz einfach! Man nehme etwas Butterschmalz, Pfanne schön heiß werden lassen, Pilze hinein und so lange anbraten, bis sie leicht braun sind. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und fertig! Wer mag kann noch etwas Sojasoße dazugeben oder ein paar Kräuter. Ganz einfach, super gesund und total lecker.

Es geht weiter…Kombucha oder Microgreens gefällig?!

Bevor ich mich mit meinem Pilzkörbchen auf den Weg in die heimische Küche mache, plaudere ich mit Leon und Konstantin aber noch ein wenig über die Zukunft. Die beiden haben noch viel vor. Ihre Ladeneröffnung soll Anfang 2019 gefeiert werden. Dort gibt es dann auch weitere Produkte, wie z.B. selbstgebrautes Kombucha – ein Erfrischungsgetränk aus fermentiertem Ingwer und grünem Tee oder Microgreens. Diese Keimlinge sind das neue „Superfood“ und sollen ebenfalls im Laden gezüchtet werden. Wow, da schlummert noch die eine oder andere Idee in den Köpfen der beiden Celler Pilz-Pionieren und bevor ich euch davon berichte, lasse ich mir aber erst noch meine Pasta mit Kastanienseitling schmecken und genieße einen Kombucha-Prototyp dazu. Danke Leon und Konstantin, schön war’s bei euch!

Wer jetzt auch sofort leckere Pilze kaufen möchte, der kommt doch einfach auf unseren schönen Celler Wochenmarkt . Den schicken Holzstand der FungiFarm findet ihr immer mittwochs und samstags direkt neben unserer Tourist Information am Alten Rathaus.

Mehr Infos gibt’s unter www.fungifarm.de

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