Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Ein Wintertag in Wilhelmshaven

Autor: Fabian

Alle Jahre wieder steht sie vor der Tür und so wie jedes Jahr kommt sie völlig unerwartet – Die Vorweihnachtszeit! Auch in diesem Jahr ist es schon wieder soweit und die Lebkuchen, Stollen und Schokoladenweihnachtsmänner zieren die Auslagen der Supermärkte. Es steht die Zeit bevor, in der man durch die Läden der Stadt zieht um auch noch für den letzten Verwandten das passende Weihnachtsgeschenk zu finden. Erfreulicherweise ist dieser Einkaufsstress noch einige Tage entfernt und ich freue mich erstmal auf den Besuch von einem guten Freund aus der Heimat, der mich nach langer Zeit endlich in meiner Studienheimat Wilhelmshaven besucht. Bei einem Vollzeit-Studenten und einem Vollzeit-Berufstätigen ist die Terminfindung gar nicht mal so leicht. Doch jetzt hat es endlich geklappt und ich konnte ihm die Stadt zeigen, in die es mich vor einiger Zeit zum Studieren hingezogen hat, Wilhelmshaven.

„Warum sollte man im Winter ans Meer fahren?“ So oder so ähnlich könnte die Frage lauten, die man sich in diesem Zusammenhang berechtigterweise stellen kann. Assoziiert man doch eher einen sonnigen, warmen Sommertag mit dem Meer, dem Strand und den Wellen. Jedoch hat Wilhelmshaven auch im Winter einiges zu bieten, gerade dann, wenn man durch den täglichen Alltagsstress auf der Suche nach dem ist, was nicht überall zu finden ist – Ruhe. Und genau diese Ruhe fanden wir, während ich mich vormittags als Gästeführer versuchte und meinem Besuch bei einem kleinen Spaziergang die sehenswerten Winterimpressionen der Stadt zu zeigen. Wir begannen am Südstrand, wo uns beiden sofort die unvergleichlich klare, saubere Luft auffiel. Nach zwei bis drei tiefen Atemzügen zog es uns weiter, am Wahrzeichen der Stadt, der Kaiser-Wilhelm-Brücke vorbei auf die Südstrandpromenade. Man kann nur erahnen wie lebendig dieser Ort an einem warmen Sommertag wohl sein wird, wenn die Strandkörbe den Badegästen Schutz vor der prallen Sonne geben, die Kinder am Strand spielen und im angenehm warmen Wasser der Nordsee gebadet wird. Wir schlenderten an einem Café nach dem anderen vorbei und unser Blick schweifte immer wieder in Richtung Wasser. Genauer gesagt auf den Jadebusen, denn so wird die Meeresbucht zwischen der Unterweser und der Ostfriesischen Halbinsel genannt, an welcher sich Wilhelmshaven befindet.

Unser Weg, begleitet von einer kalten Winterbrise, führte uns am Ende der Promenade vorbei am Aquarium Wilhelmshaven, in welchem über 300 Tierarten und über 500 Fossilien vorzufinden sind. Ein Besuch bei den Robben, Pinguinen und vielen verschiedenen Fischen setzten wir uns für einen der nächsten Tage auf die Liste. Das gleiche gilt für das Deutsche Marinemuseum, an dem wir auf unserem Spaziergang vorbeikamen. Unter dem Motto „Menschen – Zeiten – Schiffe“ wird den Besuchern die wechselvolle Geschichte der deutschen Marine von damals bis heute näher gebracht. Obwohl ich schon einige Male hier war, ist der Anblick des Lenkwaffenzerstörers „Mölders“, welcher am Museum vor Anker liegt, immer wieder beeindruckend.

Wir entschieden uns für einen Besuch im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum, welches direkt gegenüber des Marinemuseums liegt. Bei einem Besuch am Jadebusen sollte man meiner Meinung nach die Gelegenheit nutzen, sich mit dem Thema Wattenmeer zu befassen, es ist schließlich einzigartig auf der Welt und somit auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier erfährt man alles Interessante und Spannende über die Gezeiten, das Watt als Lebensraum für Millionen von Tieren, die Gefahren im Watt und noch vieles mehr. Nachdem wir uns ausgiebig in den Ausstellungsräumen umgesehen hatten und erstaunt um und durch das 14 Meter lange Pottwal-Skelett gingen, führte uns unser Weg wieder hinaus in die kühle Küstenluft. Während wir über die Kaiser-Wilhelm-Brücke und dann am Bontekai entlang in die Stadt schlenderten, war es mittlerweile Nachmittag geworden und wir beiden waren von unserem ausgiebigen Spaziergang ordentlich durchgefroren.

Welch bessere Möglichkeit um sich aufzuwärmen, kann es geben, als ein Saunanachmittag? Auf diese Idee kamen wir beide dann auch und machten uns sofort auf den Weg zum „nautimo Erlebnisbad“. Nach wenigen Busminuten kamen wir am nautimo an und freuten uns auf einen entspannten Nachmittag, den wir uns nach dem Vormittagsspaziergang dann auch redlich verdient hatten. Das Erlebnisbad hat ein 5 Sterne-Premium-Wellnessbereich von dem ich bis jetzt so viel Gutes gehört hatte, aber noch nie selbst da war – höchste Zeit also. Angekommen in der Saunalandschaft war es gar nicht so einfach an unsere ersehnte Entspannung zu kommen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Auswahl an Saunen ist riesig und sich dort zu entscheiden, ist wirklich alles andere als leicht. Die Solegrotte, das Sanarium, die finnische Sauna, das Dampfbad, die Strandsauna, die Kelo- und die Kota-Sauna stehen für Erholungssuchende zur Verfügung. An einem Abend in der Woche steht zusätzlich noch das russische Banja-Saunaritual auf dem Plan, bei dem es für Hartgesottene ein ordentliches Saunaerlebnis gibt. Wir fingen aber lieber langsam an und entschieden uns für das Sanarium, in der man bei 65° die Seele baumeln lassen kann. Anschließend begaben wir uns zur Strandsauna, laut Nautimo das Highlight des Saunageländes. In dieser Eventsauna gibt es zu jeder vollen Stunde Aufgüsse mit wechselnden Aromen und je nach Programm musikalische Untermalung oder eine Traumreise. Die Entspannung, die wir gesucht hatten, haben wir hier auf jeden Fall gefunden.

Tiefenentspannt und aufgewärmt ging es  für uns in Richtung Abend. Es ging zurück in die Innenstadt, wo wir den Abend bei einem leckeren Essen und dem ein oder anderen Getränk ausklingen ließen. Bei der Planung für unsere nächsten Tage berichtete ich davon, dass jetzt am Montag der Wilhelmshavener Weihnachtsmarkt „Weihnachten am Meer“ eröffnet und wir da auf jeden Fall noch hingehen sollten bevor er wieder abreist. Bei „Weihnachten am Meer“ verwandelt sich der Valoisplatz, direkt an der NordseePassage gelegen, zu einem Winter-Wunderland mit allem was man sich in der Weihnachtszeit wünscht. Von Kinderpunsch für die Kleinen, über Glühwein für die Großen und allerhand Leckereien, wird für jeden was geboten. Schon im letzten Jahr waren z.B. die AfterWork-Abende immer einen Besuch wert. An diesen speziellen Abenden wird Live-Musik gespielt und die Menschenmengen tummeln sich an den Getränkeständen, um der Musik zu lauschen oder um sich ausschweifend über dies und jenes zu unterhalten. So lässt sich ein Abend im Winter am besten verbringen.

Für die Kleinen gibt es in diesem Jahr wieder den Märchenwald, ein Kasperletheater, einen Laternenumzug, Weihnachtsbaumschmücken und den Besuch des Nikolaus und des Weihnachtsmanns. Natürlich können auch die ganz Großen lauthals Weihnachtslieder mitsingen oder dem Weihnachtsmann einen Brief schreiben. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf den Besuch der Weihnachtsmarkteröffnung und bin gespannt, welche besonderen Überraschungen „Weihnachten am Meer“ in diesem Jahr zu bieten hat. So wie es aussieht, konnte ich meinen Freund davon überzeugen noch ein paar Tage in Wilhelmshaven zu bleiben. Wilhelmshaven hat an diesem Wintertag am Meer einen guten Eindruck hinterlassen!

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