Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Warum Oldenburger Wetter einfach Wetter ist

Autor: Iris

Vorneweg: Man sagt dem Norden einiges nach. Manches trifft zu, wie die Kargheit in der Kommunikation. Mit einem „Moin moin“ gilt man in Oldenburg ja schon als geschwätzig. Doch beim Wetter streiten sich die Gemüter, zumindest die der Zugereisten. Es sei so lala, regnerisch und sonnenärmer als anderswo. Vergleicht man den Niederschlag in Freiburg mit Oldenburg so überrascht, dass dort noch mehr davon fällt.

Oldenburger stehen dem Wetter eher unaufgeregt gegenüber

So ist ein Sturm eher „n büschen Wind“ und Windstärke vier noch eine leichte Brise. Der Kultursommer in der Innenstadt findet auch bei Regen statt und nur auftretende Künstler wundern sich über die vielen, vielen Besucher – mit Schirm. Wetter ist hier einfach und gehört ganz selbstverständlich dazu. Beste Einstellung!

Das Wetter der letzten drei Tage

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Lichtgrau mit Niesel, Lichtgrau ohne Niesel, Lichtgrau Tendenz zum Grau.

Ich gehöre eher zu den zugereisten Oldenburg Liebhabern und genieße das Lichtgrau nur in Maßen. Wenn schon Wetter, dann schon richtig Wetter. Ich entscheide mich, die Ausstellung „Alle Wetter“ im Landesmuseum Natur und Mensch zu besuchen. Und vielleicht erfahre ich hier, warum die Oldenburger so gelassen mit ihrem Wetter sind.

Alle Wetter  in Oldenburg zu Gast?

Klein und fein und …. voll!!! Klar, bei dem Wetter 😉 Ich betrete die Sonderausstellung und erfahre nebenbei, dass heute schon über 10 Schulklassen hier waren! Mal sehen ob ich auch meine Antwort finde.

Kleine Inseln erzählen Wettergeschichten: Wie entsteht Wetter? Wie kann man sich schützen? Wer macht das Wetter und was hat der Dachs damit zu tun? Das mit den Wetterboten gefällt mir besonders. Den Wetterfrosch kennt man ja, doch der Schlammpeitzger war mir neu. Dieser Fisch ist so sensibel, dass er im Schlamm die Druckänderungen durch nahendes Gewitter merkt und dann gegen die Oberfläche des Wassers schlägt.

Blitze zum Anfassen

Durch den Blitz geschaut!

Durch den Blitz geschaut!

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Blitzeinschlag im Museum

Dass man Blitze oder besser das, was sie hinterlassen sammeln kann ist mir auch neu. Der erste Direktor des Hauses war ein FULGURIT Sammler. Das sind Blitzröhren, die beim Einschlag des Blitzes in der Erde gebildet werden. Quarzsand schmilzt dann und bildet eine glasartige Röhre! Die Blitzarme hier wurden vom besagten ersten Direktor aus kleinsten Bruchstücken rekonstruiert.

Wie groß ist das größte Hagelkorn der Welt?

Es stammt zum Glück nicht aus Oldenburg. Das ist nicht das größte, sondern vermutlich das größte Hagelkorn der Welt 😉 Mit 878 g und einst 47,29 cm Durchmesser ist das ein Hagelkorn, dem man lieber nicht begegnen möchte! Es wurde von einem Farmer in Vivian South Dakota gefunden, 2010.

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Nachbildung des größten Hagelkorns. Es wurde von einem Farmer in Vivian South Dakota gefunden, 2010.

Noch einmal zum Dachs: Lichtmess, der 2. Februar, eignet sich tatsächlich für eine Wetterprognose: Herrscht Hochdruck, kann weiterhin Kaltluft aus Osteuropa und Sibirien  einströmen nach Mitteleuropa und der Winter dauert weiter an. Der Dachs bleibt in seinem Bau. Warum Oldenburger so gelassen mit ihrem Wetter umgehen, konnte ich hier nicht finden. Doch dafür habe ich ein große Wertschätzung für die Kollegen der Wettervorhersage! Das ist ja mal nicht so einfach in der Greenscreen-Box 😉

 

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