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So schmeckt Hildesheim – ein Rezept aus der Hexenküche

Autor: Maike

Wer hätte das gedacht – es gibt sie also noch. Im Schutze der Dunkelheit flogen sie früher auf ihren Besen über die Ländereien, die schwarze Katze stets auf ihren Schultern. Die fette, haarige Warze auf ihren Nasen war das Markenzeichen und ihr gehässiges Lachen zog durch Körper und Geist… Jeder kennt Hexen aus Erzählungen von früher – aber die Hexe von heute hat sich längst an die moderne Gesellschaft angepasst. Die Warzennase, schwarze Katze und das Lachen sind heute nur noch Mythen. Davon habe ich mich selbst überzeugen können.

Souvenirs „made in Hildesheim“ mit 100 Prozent Liebe

An jenem Tag schlendere ich ziellos durch Hildesheim. Im Besucherzentrum Welterbe Hildesheim am historischen Marktplatz bleibe ich vor dem Regionsshop stehen. Neben einer Hildesheimer Kaffeemischung aus dem „kleinen röstwerk“ und Hildesheimer Stadthonig lächeln mich die kleinen bunten Gläschen und Fläschchen mit ausgefallenen Namen an: Hildesheimer Herbsthugo, Hildesheimer Sommerduft, Rosen Gelee, Hildesheimer Rosen- und Erdbeersirup sowie Rosen Kräutersalz und Rosenzucker – alles Produkte aus Ediths feiner Hexenküche. Ich erfahre, dass sich die Hexenküche am Fuße des dunklen und verwucherten Hildesheimer Waldes rund 20 Minuten mit dem Auto von Hildesheim entfernt befindet. Darüber will ich mehr erfahren. Ich nehme mit Edith Haupt Kontakt auf und wir verabreden uns bei ihr zuhause in der Hexenküche.

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Hereinspaziert in „Ediths feine Hexenküche“ in der Region Hildesheim

Auf dem Weg nach Eddinghausen gehen mir viele Gedanken und Fragen durch den Kopf. Wie wohnt wohl eine Hexe und sollte ich mein Frühstücksbrötchen opfern, um Brotkrumen auf dem Weg zu verteilen? Was und wer wird mich bloß erwarten…

„In 100 Metern haben Sie das Ziel auf der linken Seite erreicht“ – kündigt mir mein Navi an. In 100 Metern auf der linken Seite befindet sich ein großes Eckhaus – ohne Lebkuchen und mitten im Ort. Ich drücke die Klingel – alles völlig normal. Edith Haupt öffnet die Tür.

Frau Haupt sprüht vor Lebensenergie. Vor zwölf Jahren hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Neben ausgefallenen Fruchtaufstrichen, Honig, Kräutersalzen, Zuckervariationen, Dipmischungen und Apfelchips stellt sie auch Sirup beispielsweise für Sektcocktails her. Alle Zutaten kommen entweder aus ihrem Garten, von ihrer rund ein Hektar großen Streuobstwiese oder aus der Region. Saisonbedingt erntet sie ihre Äpfel, Birnen, Rosen, Kräuter, sogar Sanddorn und Bärlauch aus eigenem Anbau und zaubert die feinsten Produkte in ihrer Hexenküche, die im Übrigen wie eine ganz normale Küche aussieht. Bei den ergänzenden Zutaten wie z.B. Vanille und Salz schwört Frau Haupt auf beste Qualität. So bezieht sie hochwertiges Salz aus der Saline Luisenhall in Göttingen und verfeinert damit ihre Produkte.

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So schmeckt der Herbst – süß, fruchtig, lecker

Heute steht ein Brotaufstrich mit Hagebutten, Äpfeln (Boskop) und Dornfelder auf dem Plan. Die Hagebutten werden gesäubert und vom „haarigen“ Blütenansatz getrennt, dann werden sie weich gekocht und anschließend in ein Metallsieb (darunter ein Auffangbehälter) gefüllt. Die meiste Knochenarbeit folgt, denn mit einem Kochlöffel muss die Hagebuttenmasse nun in dem Sieb hin und her geschabt werden, damit am Ende das passierte Fruchtfleisch der Hagebutte übrig bleibt – eine ziemlich aufwändige Arbeit! Die Äpfel werden geschält und zerkleinert und kommen anschließend zusammen mit dem passierten Hagebuttenmus in einen großen Kochtopf, wo die Masse verrührt und erhitzt wird. Dann noch den Zucker und Rotwein dazu und ausgiebig köcheln lassen. Bei der Gelierprobe testet Frau Haupt noch die Beschaffenheit des Brotaufstrichs – alles bestens, sodass die Maße in die sterilen Gläschen abgefüllt werden kann.

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Das Auge isst bekanntlich mit

Mit viel Liebe zum Detail bekommen die Gläschen noch Etiketten und die passende Deckeldeko – ein thematisch passendes Motiv zum Inhalt. Knifflig wird’s beim Namen des neuen Brotaufstrichs, denn dieser soll individuell sein und neugierig machen. Wie wäre es mit Hildesheimer Abendrot? Die dunkle, kräftige rote Farbe passt perfekt!

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Ausgefallene Produkte zu jedem Anlass und nach individuellen Wünschen

Na, neugierig geworden? Zuhause in Eddinghausen hat sich Frau Haupt einen Verkaufsraum eingerichtet, in dem sie ihre Kunden empfängt und die Produkte liebevoll präsentiert. Dort bastelt sie auch an den originellen Spezialitätenkörben, die sie an ihre Kunden auch über die Grenzen von Hildesheim hinaus verkauft – gerade zu Weihnachten, verrät sie, boomen die Geschenkekörbe mit den Produkten aus ihrer Küche und von anderen regionalen Anbietern, die sie zusammenpackt.

Unter der Dachmarke von „Hi-Land“ bieten einige Supermärkte in der Region Hildesheim ihre Produkte in den „Regionsecken“ an. In Hildesheim hält das Besucherzentrum Welterbe Hildesheim im Regionsshop eine kleine, wechselnde Auswahl bereit. Auf einigen regionalen Märkten und Veranstaltungen, wie dem Bauernmarkt in Hildesheim oder dem Magdalenenfest, ist Frau Haupt mit ihren Produkten gar nicht mehr weg zu denken. Als nächstes wird sie bei der Weihnachtsausstellung der Hildesheimer Landfrauen am 26. November 2016 zwischen 11 und 15 Uhr in der Andreaspassage in Hildesheim sein.

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