Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Streetfood-Fans werden diesen Laden in Wolfenbüttel lieben

Autor: Björn

Wenn Ihr gern auf Streetfood-Märkte geht und schon immer mal wissen wolltet, wo man gute Produkte kaufen kann, um zu Hause sein eigenes Streetfood zu machen, findet Ihr in Wolfenbüttel eine gute Adresse dafür. In den Krambuden, mitten in der Wolfenbütteler Innenstadt hat ein neues Geschäft aufgemacht: Stebi’s Feinkostmanufaktur. Dort trefft Ihr auf einen Food-Junkie, einen Mann, der seine Visionen von regionalen, modernen Produkten umsetzt: Andreas (Stebi) Stebner. Der sympathisch ausschauende 32jährige hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und kreiert als begeisterter Hobbykoch seit dem Jahr 2013 nach dem Paleo-Prinzip eigene Grillsaucen, Gewürzmischungen, Rubs, Dips und sogar einen eigenen Niedersachsen-Gin.

Das sagt doch alles (Foto: Björn Reckewell)

Das sagt doch alles (Foto: Björn Reckewell)

Ein Laden für Grill- und Streetfood-Fans mit tollen Produkten

Cool, denke ich mir. Als heimlicher Leser des Magazins „Beef“ und Eigentümer eines 15 kW-Gasgrill-Monsters klingt das gut. Und als Sympathisant mit Heinz Strunks autobiografischem Romantitel „Fleisch ist mein Gemüse“, mache ich mich gleich mal auf den Weg, um mir den Laden anzusehen. Was ich dabei alles entdeckt habe, darüber möchte ich Euch gern berichten.

Das Ladengeschäft in den Wolfenbütteler Krambuden (Foto: Björn Reckewell)

Das Ladengeschäft in den Wolfenbütteler Krambuden (Foto: Björn Reckewell)

Der Laden ist in einem alten Fachwerkhaus und hat vor der Tür hübsche Arkaden. Irgendwie würde man hier wohl eher eine Boutique erwarten, aber so wie es ist, trifft es meinem persönlichen Geschmack viel besser. Gut so! Innen ist alles ordentlich vollgestellt mit Regalen und Auslagen und die Augen wissen gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollen. Die freundliche Mitarbeiterin ist aber gleich bei mir und erklärt mir, wo die selbst hergestellten Sachen zu finden sind und was es alles gibt.

Alle Gewürzmischmischungen stehen zum Riechen und Testen bereit (Foto: Björn Reckewell)

Alle Gewürzmischungen stehen zum Riechen und Testen bereit (Foto: Björn Reckewell)

Hähnchenstaub, was für ein schöner Name für eine Gewürzmischung (Foto: Björn Reckewell)

Verschiedene Essigsorten für den Salat beim Grillen (Foto: Björn Reckewell)

Verschiedene Essigsorten für den Salat beim Grillen (Foto: Björn Reckewell)

Nichts kaufen geht nicht

Neben Gewürzmischungen und Rubs, also Würzmischungen zum ordentlichen Einreiben beispielsweise eines schönen Beer-Bud-Chickens gibt es selbstgemachte Saucen und verschiedenste Essigsorten. Spontan kommen schon mal eine Fire-Sauce, eine Hackwürzmischung und zwei Essigsorten mit. Da ich durchaus zu einem guten Steak einen knackigen Blattsalat mag, entscheide ich mit für einen Balsamico-Essig mit Vanille und als leichtere Alternative für einen Basilikum-Orangen-Zitronen-Essig. Beide werden aus dem hübschen Glasballons abgefüllt und informativ etikettiert. Man merkt sofort, dass heute keine Manufaktur mehr ohne pfiffiges Marketing auskommt und sich damit authentisch und gleichzeitig professionell präsentiert.

Meine persönliche Ausbeute, Teil 1 (Foto: Björn Reckewell)

Meine persönliche Ausbeute, Teil 1 (Foto: Björn Reckewell)

Neben den selbst hergestellten Produkten gibt es auch ein großes Angebot an weiteren Waren. Direkt neben der Grill-Ecke, in der man Pfanne und allerlei Grill- und Smoker-Zubehör finden kann, beginnt die Tex-Mex-Ecke. Hier gibt es natürlich auch Soßen in allen denkbaren und undenkbaren Schärfegraden für die Mutproben bei den Grillpartys.

Hardware für den Grill-Pro

Etliche Produkte kommen aus den USA, dem Mutterland des Barbecue (Foto: Björn Reckewell)

Etliche Produkte kommen aus den USA, dem Mutterland des Barbecue (Foto: Björn Reckewell)

Interessant finde ich die Räucherecke. Neben den schon öfter mal gesehen Spänen für Smoker finde ich vor allem die „Plankes“ spannend. Das sind Bretter aus unterschiedlichen Hölzern. Ihr müsst sie in Wasser einweichen und legt dann Euer Fleisch darauf und dann kommt das Ganze auf den Gas- oder Elektrogrill, Haube runter (oder Alufolie drüber) und los geht es. Sobald das Holz leicht zu schwelen anfängt habt Ihr Euer ganz individuelles Räuchererlebnis. Wie cool ist das denn?! Einfach mal wieder die Nachbarn zum Grillen einladen und dann so richtig einen raushauen.

Für die fortgeschrittenen Grillfans (Foto: Björn Reckewell)

Für die fortgeschrittenen Grillfans (Foto: Björn Reckewell)

Die Planks für mein nächstes Grillfest (Foto: Björn Reckewell)

Die Planks für mein nächstes Grillfest (Foto: Björn Reckewell)

Paleo, Gin und eigenes Bier–  Stebi erzählt über das, was ihn antreibt

Nach meinem ersten Besuch im Laden wollte ich wissen, wer der Kopf hinter und auf den Produkten ist. Also habe ich Andreas Stebner angemailt und wir haben uns spontan verabredet.

Andreas "Stebi" Stebner, kreativer Kopf und ein sympathischer Typ (Foto: Björn Reckewell)

Andreas Stebner, kreativer Kopf von Stebi’s und ein sympathischer Typ (Foto: Björn Reckewell)

aboutcities: Stebi, Du hast drei Onlineshops und das Ladengeschäft in der Altstadt unserer Lessingstadt Wolfenbüttel. Du machst das alles nicht hauptberuflich. Wie viele Leute unterstützen Dich?

Stebi: Mein eigentlicher Beruf bei einem regionalen Finanzdienstleister füllt mich 50 Stunden die Woche eigentlich gut aus. Als Hobbykoch nutze ich meine Freizeit und lebe meine Kreativität aus. Neben meinen drei Onlineshops www.sunpepper.de (Chili-Shop), www.stebis-bbqstore.de (Smoker, Grills & Zubehör) und www.stebis-feinkostmanufaktur.de (Saucen & Gewürze) habe ich vor kurzem mein Ladengeschäft vom Rand in die Wolfenbütteler Altstadt gelegt und die Öffnungszeiten ausgedehnt. Dabei unterstützen mich neben meine Eltern weitere drei Vollzeitkräfte im Laden und im Versand.

aboutcities: Woher stammt Dein Wissen, neue Produkte zu entwickeln und wie machst Du das genau? Woher kommen Deine Zutaten?

Stebi: Mir fallen ständig neue Dinge ein, auch nachts im Schlaf. Ich schreibe es mir dann auf und versuche innerhalb von 24 Stunden, die Idee umzusetzen. Da ich z. B. meine Saucen 12-13 Stunden einkochen lasse, bleibt genug Zeit, auch mal etwas Neues zu probieren. Alles in allem sind es vor allem die Produkte, die mir wichtig sind. Alles, was geht, kaufe ich regional ein. Manches muss ich aber auch von weiter weg holen. Meine Chilis bekomme ich z. B. aus Österreich. Dort wird einmal im Jahr geerntet und sie haben eine fantastische Qualität. Meinen Safran hole ich aus der Schweiz. Da kommt man auch nicht gleich drauf, aber die Produzenten arbeiten mit soviel Liebe und Leidenschaft, dass man das bei den Produkten einfach schmeckt. Und dichter dran als Mexico, China oder Indien ist es immer noch.

Handgemachte Saucen aus Niedersachsen (Foto: Björn Reckewell)

Handgemachte Saucen aus Niedersachsen (Foto: Björn Reckewell)

aboutcities: Paleo steht für einen recht angesagten Steinzeit-Ernährungstrend. Was genau verbindest Du damit und was soll so gesund daran sein?

Stebi: Ich mag die einfache, gesunde Küche und dabei helfen mir die Paleo-Ideen. Back to Basic. Wenige aber dafür gute Zutaten, kein raffinierter Zucker sondern lieber die Süße aus Honig. Alle diese Dinge, die man vielleicht auch noch aus der Küche der eigenen Großmutter kennt, wo keine „E’s“ und andere Zusätze den Geschmack der Zutaten verändert und überlagert haben. Dabei weiß ich, dass meine Saucen erst mal am Rand der Erwartung stehen. Vielen sind sie zuerst nicht süß oder dick genug. Es braucht eben eine Weile, bis sich der eigene Geschmack wieder auf die natürlichen Zutaten einstellen kann.

Alles, was nicht unbedingt rein gehört, bleibt draußen. Einer der Grundsätze der Paleo-Ernährung (Foto: Björn Reckewell)

Alles, was nicht unbedingt rein gehört, bleibt draußen. Einer der Grundsätze der Paleo-Ernährung (Foto: Björn Reckewell)

aboutcities: Ich habe gesehen, dass Du auch auf einer anderen Trendwelle mitsurfst und einen Gin produzierst. Was macht Deinen Gin zum Niedersachsen-Gin?

Stebi: Niedersachsen ist Understatement „pur“. Dabei haben wir so tolle Landschaften. Harz, Heide und Nordsee sind einzigartig. Die Aromen dieser Regionen habe ich mit den Botanicals in meinem Gin eingefangen. Dabei ist mir wichtig, neben den vielen weichen, fruchtigen Trend-Gins in ihren schicken Flaschen einen Gin anzubieten, der ursprünglich ist und zu den Ursprüngen des Gins zurückkehrt.

Der Niedersachsen-Gin passt gut den Tonics von Thomas Henry (Foto: Björn Reckewell)

Meine persönliche Ausbeute, Teil 2: Der Niedersachsen-Gin passt gut zu den Tonics von Thomas Henry (Foto: Björn Reckewell)

aboutcities: Kommen wir mal zu etwas schwer angesagten: Craft-Beer. Du baust gerade Deine eigene Brauerei auf, erzähl mal …

Stebi: Ich finde den Begriff „Craft-Beer“ nicht so schön. Damit werden inzwischen zu viele Biere verbunden, die sich mit Totenköpfen, Pin-Ups und anderen Dingen schmücken. In Kürze beginnt der Bau unserer kleinen Brauerei und dann wollen wir zwei bis drei Biere machen, die einfach gut sein sollen. Keine Schicki-Micki Biere mit wilden Hopfenkreationen sondern leckere, süffige Biere. Der erste Sud soll Ende Juni aufgesetzt sein und ich hoffe, dass wir zum Altstadtfest im August das erste Mal richtig anstoßen können. Dann soll es auch etwas besonderes geben: Wir wollen ab einer Kiste auch individuelle Biere brauen und eigens für den Kunden etikettieren. Ein schönes Geschenk, nicht nur zur nächsten Grillparty.

aboutcities: Die Grill-Saison ist gestartet. Hast Du zum Schluss noch einen Tipp für mich, was ich unbedingt mal ausprobieren sollte, vielleicht sogar etwas vegetarisches?

Stebi: Da habe ich zwei Tipps für Dich. Beim ersten kauft Du Dir ein gutes Baguette beim Bäcker und bereitest einen Tag vorher eine schöne Kräuterbutter selber zu. Das Baguette schneidest Du von oben ein paar mal schräg ein und streichst die Butter rein. Dann füllst Du das noch mit Mozzarella und Tomaten, noch mal mit Kräuterbutter einstreichen und ab auf den Grill. Dazu schneidest Du eine Zucchini in dünne Scheiben. Darauf kommen ein paar leckere Gewürze, Knoblauch und Parmesan. Ab auf den Grill und Du hast leckere Häppchen, die auch nach dem Grillen noch als „Desserthäppchen“ gehen.

Die passenden Gewürzmischungen findet Ihr bei Stebi (Foto: Björn Reckewell)

Die passenden Gewürzmischungen findet Ihr bei Stebi (Foto: Björn Reckewell)

aboutcities: Vielen Dank für Deine Zeit und die spannenden Informationen. Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei und bis bald.

Als Genussmensch und Grillbegeisterter hat mich der Besuch schwer begeistert. Ich finde es klasse, dass es immer mehr Menschen wie Stebi gibt, die einfach Bock drauf haben, mit guten, natürlichen Produkten tolle Sachen zu machen. Wenn ich Euch jetzt leckerich gemacht habe, dann schaut doch mal bei Stebi online rein und unterstützt ihn: www.stebis-feinkostmanufaktur.de.

Mein Tipp für Euch zum Abschluss

Beim Schreiben meines Erlebnisberichts habe ich mir nebenbei ein paar Chili-Raketen genehmigt. Die Weingummis sind ordentlich scharf. Passt also auf, wenn Ihr Kinder habt. Sonst kullern ein paar Tränen. Als Gag für uns Große sind die Dinger aber echt lecker.

Die Chili-Raketen gehen „schärfemäßig“ ordentlich ab (Foto: Björn Reckewell)

Die Chili-Raketen gehen „schärfemäßig“ ordentlich ab (Foto: Björn Reckewell)

 

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