Insider-Tipps für Reisen und Ausflüge in Niedersachsen

Saisonstart auf dem Piesberg in Osnabrück

Autor: Brigitte

Am dritten Wochenende im März wird der Piesberg aus dem Winterschlaf geholt. Und diesmal bin ich dabei… – Frühlingssonne auch. Der Piesberg ist der Hausberg der Osnabrücker. Aus dem Winterschlaf holt ihn Imke Wedemeyer mit ihrem Team vom Piesberger Gesellschaftshaus. Das Bruchsteingebäude diente den Bergleuten, die hier im 19. Jhd. für ein paar Jahrzehnte Kohle abgebaut haben als Versammlungsort. Das Programm, das sie heute hier zusammenstellen, nennt sich zweideutig „Kultur an der Kippe“ und es hat den Piesberg in den letzten Jahren zu einem „Renner“ unter den Ausflugszielen werden lassen. Zum Saisonstart für das „Sonntagscafé im Kastaniengarten“ scheint die Sonne vom blauen Himmel und für wirklich Mutige liegen bunte Decken auf den Stühlen unter den hohen Kastanien bereit (das werden sie noch eine Weile tun).

(c) Osnabrück/Piesberger Gesellschaftshaus / SonntagscaféNeuhaus

Noch braucht man Decken für „Draußen“ im Kastaniengarten.

Im Sommer spenden die Bäume Schatten, jetzt freut man sich über jeden Sonnenstrahl, den sie durchlassen. Im Innern des alten Bruchsteingebäudes sind alle Sofas und Stühle des Cafés belegt. Hier macht die Fotoausstellung Disteln, Ranken, Hängematte – Gärten im Blick der Linse den Saisonauftakt. Osnabrück ist kulturell 2015 nämlich „… im Garten“ „Rückzugsorte die uns aus dem normalen Denken und Alltag herausholen“ seien die, sagt Imke Wedemeyer, die selber einen kleinen Garten gleich gegenüber hat. Rund um das Gesellschaftshaus gibt es neben dem Kastaniengarten noch den Gönnergarten („unsere Ideenschmiede“ sagt sie) und den Naschgarten. Sie werden in diesem Jahr zu Orten für die „Piesberger Kaffeetafel“, der Spezialausgabe des „Sonntagscafés“.
Alles über „Wir sind im Garten“ gibt’s hier…mit dabei auch die kostenlose App (für beide Betriebssysteme), die Studenten der Hochschule Osnabrück entwickelt haben.

Piesberger Gesellschaftshaus_Café, Innen (c) Neuhaus

Gemütlich, wenn’s draußen kühl wird: Das Café ist Lese-, Klön- und Ausstellungsort zugleich.

Nebenan im alten Tanzsaal schwebten gerade noch Akrobatik-Künstlerinnen an ihren Tüchern von der hohen Decke, im Anschluss wird hier Tango und Salsa getanzt. Das Gesellschaftshaus hat von jeher Vielen für vieles Raum geboten.

Luftraumgestalten (c) Neuhaus

Luftraumgestalten im alten Tanzsaal des Piesberger Gesellschaftshauses

Das Gelände ist der Star

Wenn’s wärmer wird, spielen Musik, Kleinkunsttheater und Kulturflohmarkt draußen im Kastaniengarten und auf dem weiträumigen Gelände des Kultur- und Landschaftsparks Piesberg . Die Mischung aus leicht morbiden Industrieanlagen und solchen, die noch in Betrieb sind, eine wiederbelebte Feldbahn die durch das Steinbruchgelände fährt, ein grandioser Aussichtspunkt auf einer Plattform, die an einem alten Windrad aufgehängt ist und die Möglichkeit, selber auf der Felsrippe auf Fossiliensuche zu gehen… – mich zieht der Piesberg immer wieder an.

Im "Abraum" des Steinbruchbetriebs findet man jede Menge Fossilien - die Expeditionsrucksäcke gibt's im Piesberger Gesellschaftshaus

Im „Abraum“ des Steinbruchbetriebs findet man jede Menge Fossilien – die Expeditionsrucksäcke gibt’s im Piesberger Gesellschaftshaus

Bis in den Herbst hinein „tummeln“ sich am Piesberg Veranstaltungen, ein paar Stichworte: Dampflok- und „bergfest am piesberg“, Kulturflohmarkt, Fossiliensuche und FreiLAUFtheater. Zum Programm gehts hier

(c) Piesberger Gesellschaftshaus

Aussichtsplattform – Bergfest am Piesberg

Industriegeschichte hautnah

Ein bisschen oberhalb des Piesberger Gesellschaftshauses liegt das alte Zechengebäude, von dem aus seinerzeit die Bergleute „einfuhren“. Es ist heute zum sehenswerten Museum über die Geschichte der Industrialisierung der Region umgebaut worden, das zum Anfassen und Ausprobieren auffordert. Eine riesige Dampfmaschine treibt eine alte Metallwerkstatt an, der ursprüngliche Fahrstuhl wurde ersetzt durch einen Gläsernen, der bequem 30 m hinunter in den Stollen fährt… kühl ist es da und an seinem Ende (300 m) gelangt man zum „Magazingebäude“ und der alten Schmiede. Man kann unschwer einen ganzen Tag auf dem Gelände verbringen. Eine Übersichtskarte für das Gelände gibt es hier

(c) Museum Industriekultur

Interaktiv und zum „Anfassen“ – darauf legen die Museumsmacher im Museum für Industriekultur Wert.

1 Kommentar

  1. Das Piesberger Gesellschaftshaus ist ein schöner Ort zum Einkehren.

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