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Street-Art-Gallery – die Stadt als Galerie

Autor: Maria

War das schon immer da? Mit „das“ meine ich die großflächige Wandgestaltung, auf die ich mich zubewege. Oben sitzt ein Auge an einem Tisch, daneben fahren Fahrräder und Autos, gehen Fußgänger … ist das ein Ritter, der mit Lanze und Panzer auf das sitzende Auge zugeht?

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Die schon verbleichenden Farben verraten, dass dieses surreale Kunstwerk schon länger zu sehen ist. Nur habe ich es erst jetzt entdeckt – und das, obwohl es eine ganze Hauswand einnimmt. Aber genau das macht für mich Kunst im öffentlichen Raum aus: Dass sie mit den Passanten kommuniziert – unaufdringlich und meistens dann, wenn man nicht damit rechnet. So wie es mir gerade passiert, als ich vom Hagenmarkt in Richtung Osten gehe. Ab jetzt, so schwöre ich mir, werde ich mit offenen Augen durch Braunschweig spazieren.

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Und tatsächlich, sobald ich um die Ecke in der Wilhelmstraße biege, entdecke ich ein weiteres Wandbild. Gemalt von Schülerinnen und Schülern unter Anleitung des Künstlers Jürgen Bernhard Kuck zeigt es Personen in verschiedenen Situationen – lachend, weinend, spielend, feiernd. Eine Haustür weiter ist der Eingangsbereich bunt gestaltet, eine Kaffeetasse deutet auf ein Café hin.

Eingangsbereich zu einem Jugendcafé. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Wer also mit offenen Augen durch die Stadt läuft, entdeckt so manches Kunstwerk, von Graffiti über unerlaubtes Kleben bis hin zu Auftragsarbeiten und Skulpturen. Die Stadt als Galerie. Streetart ist überraschend, manchmal lustig, manchmal gesellschaftskritisch, manchmal einfach nur schön. Und manchmal legal und manchmal illegal. Dabei gibt es in Braunschweig viele sogenannte „legal walls“, an denen Graffiti-Künstler legal ihre Bilder sprayen können. Zum Beispiel an der Brücke Münchenstraße und am Jugendplatz am Westbahnhof oder an der alten Markthalle mitten in der Innenstadt.

Graffitikunst am Westbahnhof. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH Graffitikunst am Westbahnhof. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH Graffitikunst am Westbahnhof. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH Graffitikunst am Westbahnhof. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Na, wisst ihr, wo dieser Hase läuft? Genau! Im Skaterpark am Westbahnhof. #entdeckebraunschweig #westbahnhof #meinniedersachsen

Ein von Braunschweig – Die Löwenstadt (@die_loewenstadt) gepostetes Foto am

Mein Weg führt mich in die Leopoldstraße, eine der ältesten Straßen Braunschweigs. Hier machen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kleine Burg ganz besondere Straßenkunst: Sie verschönern das Schulgelände und die Straße mit individuellen Kunstwerken und so werden bunte Blumentöpfe und alte Kochtöpfe zu Streetart.

Paper Paste Ups in der Leopoldstraße, Braunschweig. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbHGraffiti in Braunschweig. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Zum Schluss besuche ich noch einen echten Geheimtipp: das Parkhaus am Wall. Auf dem obersten Parkdeck verdrängen die bunten Werke des Künstlerduos Olf Lupin das Grau der Parkhauswände. In jeder Figur, jeder Szene ist der Alltag so überspitzt, dass man stundenlang mit einem Schmunzeln die Bilder studieren kann. Die ersten Ausstellungen in „echten“ Galerien hatte das Duo schon – wer weiß, vielleicht ist ihre Straßenkunst bald so viel wert wie die von Banksy.

Olf Lupin am Parkhaus am Wall in Braunschweig. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH Olf Lupin am Parkhaus am Wall in Braunschweig. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

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